Zug der Erinnerung

von 

Der Zug der Erinnerung ist eine „rollende Ausstellung“, die an die Deportation von mehreren hunderttausend Kindern aus Deutschland und dem übrigen Europa auf dem Schienennetz erinnern soll.

Vom gleichnamigen Verein in 2007 ins Leben gerufen, zeigt die Ausstellung bewusst keine entsetzlichen Bilder, sondern Kinder und Jugendliche mitten im Leben, bevor sie aus diesem herausgerissen worden sind.

 


Damit schafft die Ausstellung eine Möglichkeit der(Köln) AusstellungFoto: Simon Engelbertz emotionalen Annäherung an die Opfer. Der Bahnhof, aus dem Alltäglichem vertraut, bietet den authentischen Handlungsort der damaligen Deportationsgeschehnisse. Schätzungen gehen von 1,5 Millionen Kindern und Jugendlichen aus, die damals verschickt wurden. Die Zahl der Überlebenden ist bis heute nicht offiziell bekannt.

 

 

(Köln) ErföffnungFoto: Simon EngelbertzDer Zug der Erinnerung besteht aus Waggons, die die Geschichte der europäischen Deportationen von Kindern zeigen: Dargestellt werden die Spurensuche und Präsentation einzelner Biografien und Bilder der Opfer sowie ihrer letzten Briefe, die sie aus den 'Reichsbahn'-Waggons warfen, die Zustellung der Deportationsbescheide, die Räumungen der Wohnungen, die letzten Wege mitten durch den Wohnort zu den Sammellagern und zu den wartenden Zügen. In einem extra vorgesehenen Ausstellungsbereich werden auch mehrere Täter der unterschiedlichen Funktionsebenen gezeigt, die für den Transport in die Vernichtungslager sorgten.

Termin:
Sonntag den 13.03.2011 bis Dienstag 15.03.2011

Uhrzeit und Ort: tägl. bis 20:00 Uhr am Bahnhof Viersen

 

 

 

Der Verein Zug der ErinnerungFoto: Zug der Erinnerung e.V.

Der gemeinnützige Verein Zug der Erinnerung wurde im Juni 2007 gegründet.

Der Zug entspringt einer Initiative von Herrn Rüdiger Minow, der in Frankreich die Vergangenheitsaufarbeitung der dortigen Eisenbahn SNCF mitbekam.

Aus der ablehnenden Haltung der Deutschen Bahn (Rechtsnachfolgerin der Reichsbahn) heraus entstand das Konzept des ´Zugs der Erinnerung´. Hier wird den Opfern ein Andenken gesetzt und ihnen Einlass in unsere Gegenwart gegeben. Mit der Ausstellung wird wider das Vergessen agiert. Die Besucher werden eingeladen, zu gedenken und sich ganz persönlich an die Opfer zu erinnern. Es ist ein Beitrag und ein Gedenken den man unbedingt leisten sollte.

 

 

Mithilfe erbeten

Foto: Zug der Erinnerung e.V.Immer noch gibt es Kinder, deren Schicksal in der Öffentlichkeit bis heute noch unbekannt geblieben ist. Der Verein bat und bittet ausdrücklich um die Mithilfe bei der Suche nach weiteren Informationen über diese Kinder. Als Ausgangspunkt für Recherchen gibt es Listen mit Namen und Geburtsdaten von Kindern und Jugendlichen pro Ort, die aus dem Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung“, einer Datenbank des Bundesarchivs Koblenz, zusammengestellt worden sind.

 

Am Ende des Zuges gibt es noch leere Waggons mitFoto: Zug der Erinnerung e.V. Tafeln für Fotos und Biographien einzelner Kinder aus den Gemeinden und Städten, die durch die Recherche von Schulen vor Ort und anderen Organisationen gefüllt werden können. Der 'Zug der Erinnerung' hält auch eine eigene Recherche-Einheit bereit: einen Computer-Arbeitsplatz und eine Auswahlbibliothek. Am Computer kann das digitalisierte Gedenkbuch des Bundesarchivs aufgerufen und nach den Namen der vor Ort deportierten Kinder durchsucht werden. Zusätzliche Ansatzpunkte bietet die Auswahlbibliothek.

Alle Informationen finden Sie unter: www.zug-der-erinnerung.eu

Informationen rund um den Haltepunkt Zug der Erinnerung in Viersen finden Sie hier

 

Spurensuche im Kreis Viersen durch Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler von bisher sieben Schulen aus der Region gehen auf die Suche nach Deportationsgeschehen vor Ort. Die Ergebnisse werden auf A1-Plakaten festgehalten und im Zug ausgestellt. An der Aktion beteiligen sich folgende Schulen:

Gesamtschule Nettetal: Jüdische Schicksale in Breyell und in Kaldenkirchen

Erich-Kästner-Realschule Kempen: Schicksale in Kempen

Europaschule Schwalmtal (HS): 'Nichtlebenswertes Leben' am Beispiel Hostert

St.-Bernhard-Gymnasium Willich: Jüdische Schicksale in Anrath, Neersen, Schiefbahn und Willich

Anne-Frank-Gesamtschule Viersen: Jüdische Schicksale in Viersen evtl. 'Nichtlebenswertes Leben' in Süchteln

Valuascollege Venlo: Schicksale in Venlo und Umgebung

Das Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen-Dülken will das Thema im Unterricht aufgreifen.

 

Begleitprogramm

Eine Kooperationsveranstaltung der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Hubert-Vootz-Haus in Viersen, der Initiative Berliner Kinderskulptur und dem Medienzentrum des Kreises Viersen am

Schulkino im Forum des Kreishauses
09.03.2011 und 10.03.2011

"Kindertransport - In eine fremde Welt"

Den amerikanischen Dokumentarfilm „Kindertransport – In eine fremde Welt“ zeigt das Medienzentrum im Forum des Kreishauses in Viersen. Die vier Vorführungen finden statt am Mittwoch, 9. März, und Donnertag, 10. März, jeweils um 9 und um 13 Uhr.
Alle Klassen ab Jahrgangsstufe 7 sowie interessierte Bürger sind eingeladen.

Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen nimmt das Medienzentrum bis zum 4. März

unter der Telefonnummer 02162/391780,

per Fax 02162/391782 oder

Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen.

Nach den Vorführungen besteht die Möglichkeit, mit den Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.

 

Musik und Vortrag

Joscho Stefan Trio, Musik und Vortrag
Dr. Heid, Vortrag „Beteiligung der Reichsbahn“

Freitag den 11.3.2011, 19:30 Uhr

Stadthaus Viersen im Foyer

Eingang durch das Café Mocca

Veranstalter: Allianz ZdE

 

Abschlussveranstaltung

Zeitzeugengespräch

„Erinnern heißt Zukunft gestalten“

Zeitzeuge Jo Hermans

Dienstag den 15.3.2011, 19:30 Uhr

Pfarrzentrum St. Remigius

Veranstalter: Pax Christi e.V. Viersen