Eine junge Viersenerin geht... nach Israel!

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Für ein Jahr wird Luisa Lisanne Forck, aus Viersen, nach Israel gehen und dort mit rund 30 Freiwillige aus ganz Deutschland behinderte und chronisch kranke Menschen betreuen.

Sie wird in Israel ein soziales Jahr verbringen. In dieser Zeit wird sie aus Israel berichten, dies wird sie in ihrem eigenen Blog ANI ROTZA HUGIYA! auf der MAG-4 machen und das so oft es ihr möglich ist. Sie wird die Partnerstadt von Viersen Pardesiya in Israel besuchen und auch von dort Neues bloggen. Was ANI ROTZA HUGIYA! bedeutet und warum das Blog so heißt, sollte man selbst lesen... zu sagen ist nur, das ich meinen Hut ziehe und Luisa alles Liebe & Gute wünsche und mich schon jetzt darauf freue sie nächstes Jahr wohl erhalten wieder zu sehen und sie uns dann noch all die Dinge erzählen wird, die vielleicht nicht im Blog geschrieben stehen. Nach einem Jahr in einem fremden Land mit einer fremden Sprache werden es sehr viele Eindrücke werden und sie wird mit mehr als "einem Koffer" davon zurück kommen.

 

Luisa Lisanne Forck In Israel wird sie in einer Einrichtung, die Wohn- und Arbeitsplätze für derzeit 130 Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung bietet, leben und fünf Tage die Woche dort arbeiten. Das ganze wird organisiert vom Deutsch-Israelischen-Verein für Rehabilitation (und soziale Eingliederung für behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen), Gießen e.V. - Ziele dieses 1994 gegründeten Vereins sind die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege und die Unterstützung von Einrichtungen in beiden Ländern. Mit aller Kraft vorangetrieben werden soll außerdem die Einrichtung eines Altenheims für israelische Bürger, die in Deutschland geboren wurden und den Holocaust überlebt haben. Sie sind mit der deutschen Kultur und Sprache aufgewachsen und viele von ihnen haben jetzt im Alter traumatische Erinnerungen, sodass sie psychotherapeutische Hilfe in deutscher Sprache benötigen.

Für dieses soziale Jahr muss Luisa 600€ an den Deutsch-Israelischen-Verein für Rehabilitation spenden und sie muss auch ihren Hin- und Rückflug selbst bezahlen, dies war der Grund warum MAG-4 noch in den letzten Wochen vor Luisa´s Abflug Sponsoren gesucht hat. Die Sponsoren konnten, durch einen kleinen Beitrag, den sie an den Deutsch-Israelischen-Verein für Rehabilitation spenden, Luisa somit unterstützen. Es ging dabei nicht um die Höhe der Spende, sondern vielmehr auch um ein Zeichen der Unterstützung. Das Bild der Jugendlichen von heute ist nicht immer gut, die Medien malen eher ein schlechtes von ihnen. So lag es mir am Herzen, doch einmal mehr zu zeigen, das es junge Menschen gibt, die sich über das Übliche hinaus engagieren. In den Gesprächen mit Luisa erzählte sie, dass sie die Zeit jetzt nach der Schule nutzen wolle, um an einem Stück und für eine längere Zeit sich sozial zu engagieren. Es ist sicher, sie wird sich auch weiterhin sich in ihrem Leben engagieren, deshalb war unser "Engagement" nur minimal und selbstverständlich, an dieser Stelle noch einen lieben Dank an Iris Kater, vom Iris Kater Verlag & Medien GmbH aus Viersen, die sich auch sofort ans Telefon gehängt und Sponsoren gesucht hat. Leider war die "Ausbeute" an Sponsoren nicht hoch, aber wie Luisa nachfolgend berichten wird, umso persönlicher und herzlicher. Die Anerkennung und der Respekt gegenüber Luisas Vorhaben war sicherlich die größte "Spende" für sie und ich hoffe sie packt sie mit in ihren Koffer!


Aber jetzt lasse ich Luisa Lisanne zu Wort kommen.

Einen lieben Dank noch an die Sponsoren!

Gesa Kieselmann

 

Über die Zusammenarbeit mit der MAG-4 und meine Sponsoren

Als für mich Anfang des Jahres feststand, dass ich nach Israel gehe, begann ungefähr zeitgleich für Gesa Kieselmann die Arbeit an ihrem Projekt „Onlinemagazin MAG-4“, wir kannten uns damals noch nicht und ich habe von MAG-4 erst im Juli über zwei Freunde erfahren, die insofern den Stein ins Rollen gebracht haben, als dass sie Gesa von meinem Plan für das nächste Jahr erzählt haben (vielen Dank Can und Luki dafür!) und Gesa sich daraufhin mit der Idee, ich könne doch einen Blog im Onlinemagazin führen, bei mir meldete. Ohne zu zögern habe ich ja gesagt und Gesa hat sofort angefangen, verschiedenen Unternehmen im Kreis Viersen von meinem bevorstehenden Freiwilligendienst zu erzählen, um einige Sponsoren zu gewinnen, die die Kosten, die dem Deutsch-Israelischen-Verein durch die Entsendung von Freiwilligen nach Israel jährlich entstehen, decken können. Ich bin Luisa, bin 18 und habe dieses Jahr mein Abi am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium in Viersen gemacht. Ich werde in Israel ein Jahr im Rahmen eines Intenationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) in einer Einrichtung für 130 geistig und körperlich behinderte Erwachsene verbringen. Mein zukünftiger Wohnort Herzliya liegt 15 km nördlich von Tel Aviv und 15 km südlich von Viersens Partnerstadt Pardessiya liegt, während meines Auslandsjahres werde ich regelmäßig (geplant ist ca. ein Artikel pro Woche) auf MAG-4 berichten. Es handelt sich bei den Kosten um einen Betrag von insgesamt 600 Euro, den jeder Freiwillige der Entsendeorganisation in Form einer Spende vor der Abreise zukommen lässt, hinzu kommen für uns Volontäre die selbstständige Finanzierung der Reisekosten und ggf. eines Sprachkurses, den ich in jedem Fall belegen möchte, damit meine Hebräischkenntnisse schnell über das Standartvokabular der Sesamstraße hinausgehen! Im Gegenzug erhalte ich in Israel freie Kost und Logis und ein monatliches Taschengeld von umgerechnet etwa 100 Euro. Bisher ungeklärt ist die Frage, ob wir IJFDler ab 2012 einen Anspruch auf unser Kindergeld haben, wie es bisher beim Zivildienst und Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) üblich war, oder nicht, das wird erst im November entschieden.

 

Für Gesa begannen also Wochen voller Telefonate und Treffen mit ganz vielen verschiedenen Menschen, während ich nach und nach alle anderen notwendigen Vorbereitungen für den Auslandsaufenthalt getroffen habe und jetzt sind es wirklich nur noch wenige Tage bis zum 1. September, Aufregung und Vorfreude wachsen gleichermaßen.

 

Neben vielen ermutigenden Worten, gab es auch tatsächlich Menschen, die ohne zu zögern Nägel mit Köpfen gemacht und sich bereit erklärt haben, meinen Freiwilligendienst mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen.

 

Das Team vom Restaurant UN-FASS-BAR u. LuisaAls erstes möchte ich mich bei Costa Vasilopoulos aus der UN-FASS-BAR bedanken, den Gesa und ich letzte Woche noch auf einen Kaffee in seinem schmucken Restaurant auf der Klosterstraße besucht haben und der mir neben der finanziellen Unterstützung ein paar lockere Ratschläge mit auf den Weg gegeben hat. Demnächst sollen in der UN-FASS-BAR auch regelmäßig Veranstaltungen für verschiedene Altersklassen stattfinden und ich kann nur sagen, wenn ich dann noch in Viersen wäre, würde ich da auf jeden Fall mal vorbeischauen, das wird bestimmt richtig gut.

 

Michael Wittich vom Tangoluna u. LuisaAm selben Abend taten sich mir ungeahnte Welten in der Viersener Tanzbar TANGOLUNA auf, die eher versteckt in einem grauen Bürogebäude auf der Sittarder Str. 63 liegt. Ich bin nicht nur von der überraschenden Andersartigkeit Mitten in Viersen ganz begeistert, sondern auch und vor allem von der Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft des Gründers, Besitzers und Tanzlehrers Michael Wittich. Vielleicht habe ich ja in Israel Gelegenheit für einen späteren Besuch in der TANGOLUNA ein bisschen Tango tanzen zu lernen … die Tanzbar oder einen der regelmäßig stattfindenden Workshops für alle Altersklassen unter der Leitung von Michael Wittich, kann ich glaube ich schon jetzt wirklich empfehlen, denn dass es ein solches Angebot in Viersen gibt, ist ja nicht gerade selbstverständlich und begeisterte Tango-Tänzerinnen und Tänzer reisen aus der ganzen Region an, um ihrer Leidenschaft hier gemeinsam nachzugehen.

 

Die JUK´s für ein Foto mit Luisa am Sonntag erwischtAus meinem Treffen mit den JUKs (Jungunternehmner Kreis Viersen), habe ich viele liebe, mutmachende Worte mitgenommen und freue mich sehr, dass auch einige der anwesenden Jungunternehmer sich entschieden haben, mein Soziales Jahr zu unterstützen.

 

Zuletzt und ganz besonders möchte ich Gesa für die MAG-4 und die viele Zeit und Energie danken, die sie in den letzten Wochen und Monaten in ihr Projekt und zusätzlich noch in mein Projekt investiert hat! Ich bin sehr gespannt auf alle Erlebnisse der kommenden zwölf Monate und freue mich darauf, die hier mit der Welt teilen zu können. Außerdem freue ich mich auf e-Post aus der Heimat, viele Fragen und Kommentare und das Lesen der anderen Artikel im Magazin, das sich bis ich wieder zurück bin bestimmt ein ganz großes Stück weiterentwickeln wird.

 

Ich verbleibe mit lieben Grüßen und einem vorfreudigen „wir werden voneinander lesen“,

bis bald dann,

Luisa