Zeitmanagement frei nach Einstein

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Die Hälfte des ersten Monats des neuen Jahres ist schon verstrichen und bei den meisten schon lange die Guten Vorsätze fürs Selbige. Ich habe einen Selbstversuch gemacht, der sich über diese Alljahresversprechen einfach hinweg setzt. "Nein, man/frau braucht keine Coaching, nee wozu, ich weiß ja wo meine Fehler stecken!". Ich hab mal den Mund nicht so voll genommen und es hat Spaß gemacht, klar am Anfang war mir mulmig...

Der Begriff Zeitmanagement suggeriert, dass sich die Zeit managen lässt. Stimmt das oder ist nach Einstein die Zeit relativ?



Wir fragen am besten eine, die sich auskennen sollte Janina Pernsot, eine unglaublich fröhliche junge Frau, die professionell die Zeit von anderen „optimiert“, bzw. Menschen hilft sich besser zu „organisieren“.
Janina Pernsot ist selbstständige Trainerin, Beraterin und Business Coach. Mit ihrer Firma hat sie sich auf die Bereiche Selbstmarketing und Organisation spezialisiert. Außerdem ist sie Lehrbeauftragte an verschiedenen Einrichtungen, zum Beispiel für die FOM (Hochschule für Oekonomie & Management).

Janina, der Tag hat nur 24 Stunden so klagen die meisten, stimmst Du/Sie damit überein?
Die meisten Leute, die ich kenne, hätten kaum mehr Energie als für 24 Stunden pro Tag! (lacht) Ich wahrscheinlich auch nicht.
Es kommt ja eigentlich gar nicht auf die Anzahl der Stunden an, die ein Tag hat, sondern darauf, wie wir den Tag füllen. Also wie wir Prioritäten setzen, sowohl im Privatleben als auch im Job, und wofür wir uns dann entscheiden. Das betrifft sowohl kleine als auch große Entscheidungen: Welche Tätigkeiten im Job erledige ich zuerst, weil sie wichtig oder dringend sind? Wie kann ich sicherstellen, dass ich nicht nach Feierabend noch bleiben muss, weil ich mich verzettelt habe? Oder möchte ich meine Karriere möglichst weitertreiben und mir sind Überstunden egal? Genauso im Privatleben: Wenn ich noch etwas erledigen muss und später eine Verabredung mit jemandem habe, der mir wichtig ist: Surfe ich zwischendurch im Internet, quatsche mich mit irgendeinem Nachbarn fest, der mir eigentlich egal ist, oder bleibe ich beim Zappen vor dem TV hängen? Und muss dann später die Verabredung verschieben oder sogar absagen?

Also, ist die Zeit doch relativ und gerade auch für gestresste Menschen wie mich? 
Und ich könnte meine Zeit relativ gut einteilen… und habe dann mehr Zeit?!
Natürlich kann es auch bei einem guten Zeitmanagement ab und zu mal stressige Phasen geben. Und natürlich haben Sie nicht mehr als 24 Stunden am Tag Zeit. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass Sie mehr Zeit für die Dinge haben, die Ihnen wichtig sind!


Kann man Menschen helfen, die schon viele Jahre in ihrem Chaossystem leben und arbeiten?
Ich berate sowohl Personen, die sehr chaotisch sind, als auch Leute, die schon recht organisiert sind und sich in einem bestimmten Bereich verbessern wollen, wenn sie zum Beispiel mit optimierten To-do-Listen arbeiten wollen. Es ist eigentlich egal, wie lange Sie oder andere schon mit einem Chaossystem arbeiten – wenn Sie das ändern wollen, ist das immer möglich. Die Gründe von meinen Kunden sind ganz unterschiedlich: Sie wollen stressfreier arbeiten und sich auf ihre wesentlichen Aufgaben fokussieren können, sie wollen einen guten Eindruck auf ihre Kunden machen, zuverlässiger sein und Termine einhalten können oder sie wollen sich ihrem Chef oder ihrem Partner zuliebe besser organisieren.

……. und ich möchte jetzt unbedingt einen Selbstversuch wagen.

 

 



Mein Büro, die Chaostheorie und ein Schmetterling. Sie bietet mir die einmalige Gelegenheit in einem Selbstversuch mein Zeitmanagement und meine Organisation zu optimieren. Völlig aufgeregt erwarte ich jetzt Janina Pernsot, die wie ich vermute gleich mein Leben auf den Kopf stellen wird – oder wird sie es sortieren und mir schlüsselfertig übergeben?
Fragen über Fragen… es ist 10:46 Uhr, sie ruft an, dass sie gleich losfährt. Ein letzter Blick auf mein Chaos… meins ;) und ich freue mich.



Der Tag kommt und ich weiß, gleich wird nichts mehr so sein, wie es einmal war und nach 5 Stunden harter Arbeit sieht mein Büro aus, wie ich es nicht mehr in Erinnerung hatte – aufgeräumt und alles sortiert. ALLES heißt in diesem Fall auch ALLES, denn Janina hat mich jeden, wiederrum Betonung auf JEDE(N) Zettel, Visitenkarte, Brief, ausgedruckte E-Mail sortieren lassen. Es gab keine Chance, den eben in die Hand genommenen Zettel noch einmal irgendwo zu stapeln oder abzulegen, denn dieser Zettel gehört an seinen Platz oder in das Altpapier. Stapel von „Das kann ich noch einmal brauchen“ und „Oh, das hatte ich gesucht“ wird es nicht mehr geben. Es gibt für jedes Stück Papier nur noch die Entscheidung an einen sofort wiederauffindbaren Platz oder den Weg der Vergänglichkeit zu gehen. Das Resultat nach 5 Stunden: 3 Kisten und drei Säcke Altpapier.
Nach den fünf Stunden und den Massen an entsorgtem Papier fühlt es sich so an, als ob der Druck auf meinem Brustkorb langsam nachlässt. Draußen scheint die Sonne und ein Schmetterling fliegt am Fenster vorbei. Mir geht es gut!


Ich werde LÖSCHEN!! 

Janina Pernsot möchte noch viel mehr bei mir FREI machen und schlägt mir vor, meinen Posteingang aufzuräumen. Entsetzt schau ich auf meine nur 1.200 Mails, die sich im Posteingang befinden. Wenn sie die dort entfernen möchte, was macht sie erst mit meinen anderen Mails, in den 20 Unterordnern? Gerade noch fühlte ich mich doch sehr wohl in meinem NEUEN Büro. Janina lacht und erklärt mir SIE lösche keine einzige Mail und schon gar nicht ohne mein Einverständnis, wie schon bei dem Papier werde ich alles in die Hand nehmen müssen und in diesem Fall heißt das „ich werde LÖSCHEN!“ Natürlich muss ich gar nichts löschen, wo das nicht sinnvoll wäre. Im Prinzip geht es darum, meine E-Mails zu sortieren und vor allem nicht noch zu erledigende Tätigkeiten mit längst nicht mehr notwendigen Nachrichten im Posteingang zu horten.

Ein echt gutes Gefühl! 
In den letzten Wochen habe ich mich an das gute Gefühl gewöhnt, nämlich an das, wenn mein Postfach leer ist. Das ist schon fast ein Muss!
 Ich habe meine Ordner, wo alles hinein gelegt wird, was ich brauche oder einfach aufheben muss, aber ich muss es nicht mehr ansehen, es ist erledigt. Einen weiteren Ordner mit dem Namen „Warten auf“, der mir zeigt, die Welt hängt nicht an mir allein und der mir hilft, eine Übersicht zu behalten, wo ich auf Input oder Feedback von anderen warte, und das kann sehr beruhigend sein.
 Ja, vieles hat sich getan, auch privat habe ich die Prioritäten aus dem Chaos heraus gezogen, den guten Dingen einen festen Platz gegeben und den Rest zum Sperrmüll gestellt. 




After a while
 - Janina und ich verabreden uns für ein paar Wochen später – die Nachkontrolle. UPDATE: Morgen ist es soweit, ich bin noch nicht PERFEKT, aber darum geht es auch nicht. Ich bin auf dem Weg der BESSERUNG auf einem „Guten Weg“ und langsam macht sich ein neues Gefühl breit, auch im größten Chaos und im heftigsten Stress mit einem Lächeln und ein paar Tricks aus der Nummer unbeschadet und sogar mit Freude raus gehen zu können.
 Mir ist es gelungen, To-do-Listen nicht als Plagegeister oder als unendliche Geschichten zu sehen, sondern als einen guten Freund, dem ich abends sage „mach es gut bis morgen früh“ und ich einfach gut schlafe.
Heute schlafe ich gut, denn ich freue mich auf Janina Pernsot und lasse mich morgen gerne auf NEUES ein. Sie selbst scheint sich wirklich gut zu organisieren – unser Termin findet kurz nach ihrem vierwöchigen Miami-Urlaub statt. Sie hat auch noch Zeit, sich zu engagieren, z.B. für den Lions Club Krefeld Niederrhein, als Mentorin für die FOM (Hochschule für Oekonomie & Management) und organisiert ehrenamtlich Veranstaltungen für die "Young Professionals" des bdvb (Bundesverband deutscher Volks- und Betriebswirte).

 

Janina Pernsot

 

 

 

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