EmS - Frühstück mit Freunden

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Vergangenes Wochenende hieß es wieder Bühne frei für internationale Topacts beim diesjährigen Eier mit Speck Festival 2011 in Viersen.

Zum sechsten Mal konnten die Gäste ein dreitägiges Festival der besonderen Art erleben, das nicht nur mit Künstlern wie Selig, Royal Republic, Ohrbooten oder Blumio glänzen konnte, sondern wieder wie gewohnt durch das namensgebende Frühstück den Musikfans zu neuer Energie verhalf. Das erstmals restlos ausverkaufte Ereignis in der Kreisstadt zog neugierige Besucher aus dem ganzen Land an. Viele ortsfremde Nummernschilder zeugten davon, dass dieses Zusammentreffen großartiger Künstler mittlerweile auch überregional Anklang findet. 

Interviews mit Ohrbooten, Phrasenmäher, Blumio und Royal Republic gibts hier

Bands und Besucher beim EmS Festival - Vier Fotogalerien zum anschauen hier

Die schönsten Fotos von Eier mit Speck bei Eier mit Speck auf facebook hier ;)
Weitere schön(ste) Fotos bei Tien Anton hier

 

Die großen und kleinen Geschichten...
Die Freude begann für viele Besucher schon an der Auffahrt zu einem der drei großen Parkplätze. Hier dirigierte einen Olaf, einer der rund 100 freiwilligen Helfer, platzsparend in die Parklücke: „Schön eng parken! Noch enger. Perfekt, herrlich.“ Manche Autos wurden jedoch auch erst mit Hilfe von Absperrband zu einer scherzhaften Kontrolle auf Festivaltauglichkeit angehalten.

 

Angelangt auf dem Campingplatz stellte sich der Ottonormalbesucher mit einem Bier aus dem nahe gelegenen Niederlanden und einem Campinghocker auf die Festivalsituation ein und genoss das an diesem Wochenende fast durchgehend schöne Wetter. So auch die in Viersen beheimatete Truppe „Die Kassierer“, bestehend aus Fabian, Marius und Nico, die sich eine „Bundeslade“ keines gleichen kreiert hatte. Hatte man sich im Vorjahr noch im Dosenweitwurf geübt, konnte man schon am Freitag feststellen, dass die Besucher bemüht waren den Müll beisammen zu halten, gab es doch erstmalig einen Müllpfand von 5€, den man erstattet bekam, sobald man einen vollen Beutel beim Personal abgegeben hatte.

Traditionell gaben den Auftakt die Gewinner des Young Talent Bandcontests. Best Before End schafften es auch das große Publikum mit ihrem Crossover aus Progressive Rock und New Metal zu begeistern. Einmal heiß geworden, ließen sich die Besucher ebenfalls von den nächsten Lokalmatadoren All Aboard! aus Mönchengladbach zum Tanzen und Pogen motivieren. Hip-Hoper kamen bei Blumio & Band auf ihre Kosten und sogar an gestandenen Rockern konnte man glückliche Gesichter erkennen.

Der späte Abend fand schließlich mit Le Fly aus St.Pauli einen stimmungsvollen Ausklang, was jedoch nicht heißen sollte, dass es auf dem Campingplatz zur Ruhe kam. Vielmehr herrschte bereits am ersten Abend intensive Endzeitstimmung.

Mit dieser begann auch der zweite Festivaltag: Durch die Blessuren der letzten Nacht gezeichnet, schleppten sich die Festivalbesucher am Samstagmorgen zum ureigenen Frühstück „Eier mit Speck“. Kurz nachdem die Reste zwischen den Zähnen mit einer Dose Bier den Weg in den Magen gefunden hatten, war man bereits Teil einer riesigen Limbo-Party auf dem Campingplatz. Auf diese Weise oder auch durch das bekannte Biersportspiel „Flunkiball“ bereiteten sich die Festivalfans auf einen langen und anstrengenden Tag vor, der viel laute und gute Musik, sowie Freude versprach.

 

"Die Kassierer" und FreundeEine Truppe, übrigens auch die, die den Größter-Müllhaufen-Award gewonnen hätte, kann gar nicht genug von lauter, rauer Musik bekommen, musizierte kurzerhand selber auf dem Campingplatz und ist überzeugt davon selbst einmal mit ihrer Band Pokercherry auf der großen Bühne zu stehen.

Die musikalische Vielfalt hätte an diesem Tag größer nicht sein können. Mit Creepshow, Phrasenmäher,Triggerfinger und Kaizer Orchestra wurden die meisten Geschmäcker zufriedenstellend bedient. Bereits Wochen vor Beginn des Festivals machten wage Gerüchte über den Überraschungsgast am Samstagabend die Runde und wurden bis zum Samstag nicht beschränkter: „Ganz klar, Blink 182, ich freu mich so!“, bestätigt das Mädchen mit der Sonnenblumenbrille. „Also ich hab gehört, es ist Busy P., der französische Techno-Produzent, der einfach nur aus den USA hierhin reist. Haha. Busy P. what da fuuuck!“, scherzt Lukas Scholz (19, Viersen). „Ich weiß aus sicherer Quelle, dass es Good Charlotte sind, die hier nochmal zocken!“, erzählt uns ein Junge, dessen Namen ich nicht verstanden habe. Überhaupt wusste jeder aus „sicherer Quelle“ wer an diesem Abend um 23:45 Uhr die Bühne stürmen wird. Lara Samuel aus Viersen lag schließlich mit ihrer Vermutung richtig: „Mein Tip: Dog Eat Dog.“ Sie schien eine wirklich sichere Quelle gehabt zu haben, denn die amerikanischen Jungs, die für viele als Pioniere des Crossover gelten, heOlaf beim Park&Danceizten dem Publikum mit ihrem Mix aus Hardcore-Punk, Heavy-Metal und Hip-Hop ordentlich ein und sorgten dafür, dass das Festivalgelände seine Kapazität fast vollkommen ausschöpfte.

 

Gefühlte 74 zerbrochene Campingstühle, 10-12 Bierdosengemälde an den Zäunen und einige Frühaufsteher weiter erstrahlte der Campinplatz in voller Pracht am Sonntagmorgen.

Gegen Mittag nahm die Schlange vor dem Frühstück eine bedrohliche Länge an, doch die vielen fleißigen Freiwilligen sorgten letztendlich dafür, dass jeder innerhalb verwunderlich kurzer Zeit an lecker Eier mit Speck oder wahlweise für Vegetarier ohne Speck, gepaart mit einem Kaffee und Brötchen kam. Das Festival hat seinen Namen verdient.

Anschließend konnte man sich bereits die erste Band des Tages Lax Alex Contrax "Biggest Dirt"anhören oder ein kleines Andenken an dieses Wochenende, an einem der Stände, erwerben.

Same procedure, different awesome bands. Der dritte und letzte Festivaltag hatte nichts von Wehleidigkeit. Vielmehr freute man sich, noch ein paar schöne Stunden mit seinen Freunden oder neuen Bekanntschaften erleben zu dürfen.

Tappi, Mitveranstalter und Gesicht des EMS, kündigte gegen Abend seinen letzten Gast, eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands an. Selig waren es nun, die den Besuchern den letzten spektakulären Eindruck des Eier mit Speck mit auf den Weg gaben. Die Stimmung auf dem Festivalgelände hatte dann zwangsweise doch etwas melancholisches, wurde aber abgelöst durch freudig-verträumtes Tanzen beim Song:
„Wir werden uns wiedersehen“

 

Artikel und Interviews mit Ohrbooten, Phrasenmäher und Blumio von Caner Schäwel
Fotos: Sven Heuer