Interview mit Bruno Assenmacher

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Bruno Assenmacher lebt in Viersen und arbeitet fast überall in der Welt. Seine Leidenschaft ist der Rhytmus - sein Instrument die Trommeln. Er unterrichtet, komponiert und begleitet Kunstprojekte.

 

Mag-4: BA und ich treffen uns zu einem Interview in seinem Tonstudio in Viersen. Musik verbindet und löst viele Barrieren auf. Meine erste Frage lautet also: ist das o.k. wenn wir uns duzen?

BA: Das ist völlig in Ordnung wenn wir uns duzen. Das macht man bei Truckern, Campern, Motorradfahrern, auf dem Bau und natürlich auch bei Musikern.

 

Mag-4: Bruno, du kommst aus einer Musikerfamilie, hast mit 7 Jahren Klavier, mit 11 Jahren Trompete und mit 14 Jahren Gitarre gelernt, dann folgte später aber ein Studium der Elektrotechnik. Anschließend hast du als Ingenieur im Umweltschutz für die Landesregierung gearbeitet. Wann und warum hast du dich dann für die Musik entschieden? Das klingt nach einer spannenden Geschichte.

BA.: Ich habe einfach immer seit meiner frühesten Kindheit Musik gemacht und musste mich daher nie speziell für die Musik entscheiden. Neben der Musik sind mir Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer immer leicht gefallen und ich stand dann als junger Mann plötzlich vor der Wahl entweder Musik oder Elektrotechnik zu studieren zu wollen. Ich habe mich dann in meinem jugendlichen Leichtsinn für beides entschieden, musste aber bald einsehen, dass das Unsinn war und nicht funktionierte. Also habe ich Elektrotechnik studiert,  weil ich mir sagte: Musik werde ich sowieso immer machen. Ich habe dann auch eine Zeit lang in diesem Beruf gearbeitet bin aber dann über viele berufliche und private Umwege wieder bei der Musik gelandet.

Ich habe viele unterschiedliche Begabungen geschenkt bekommen. Das habe ich schon früh erkannt, da mir Vieles einfach leicht gefallen ist. Dazu gehören neben Mathematik und Musik auch handwerkliches, kaufmännisches und pädagogisches Talent. Ich habe das alles in meinem bisherigen Leben bereits abarbeiten können und bin nun seit fast zwanzig Jahren beruflich bei der Musik und möchte auch dabei bleiben. Hier fließen alle meine beruflichen Erfahrungen zusammen: ich habe mir selber ein Tonstudio aufgebaut, kann mit komplexer Audio Software umgehen, unterrichte, leite Fortbildungsseminare für Lehrer und Manager, schreibe Fachartikel und halte Vorträge über arabische Musik.

 

Mag-4: wann und wie kam aber dann der richtige oder entscheidende Übergang zur Musik?

BA: Der kam fließend. Ich hatte Ende der achtziger, anfangs der neunziger Jahre ein Geschäft im Düsseldorfer Nobelstadtteil Oberkassel. Dort habe ich Geschenkartikel, Schmuck und Klamotten verkauft, die ich übrigens teilweise selber aus Asien importiert habe. Und in dieser Zeit kamen erst wenige und dann immer mehr Anfragen in Bezug auf die Musik an mich. Ich fing an in den ersten Bands zu spielen und meine ersten Workshops zu geben. Ich habe dann nach sieben Jahren den Laden verkauft und nur noch Musik gemacht.

 

Mag-4: Wie würdest Du denn Deine Beziehung zur Musik beschreiben?

BA: Ganz einfach: das ist eine Liebesbeziehung. Für mich ist Musik eine emotionale Sprache ohne Worte. Sie geht vom Ohr ohne Umwege direkt ins Herz. Ich kann Gefühle ausdrücken wenn ich Musik mache und kann Gefühle verstehen, wenn ich Musik höre. Ich bin sehr viel gereist, und habe dabei viele Musiker getroffen und mit ihnen zusammen musiziert. Da war sofort eine Verständigung und eine emotionale Kommunikation untereinander möglich, selbst wenn wir uns fremd waren und keine gemeinsame Sprache hatten. Das fasziniert mich ungeheuer.

Meine vier Geschwister und ich haben uns als Kinder manchmal wie die Kesselflicker gezankt. Ein Erlebnis dabei als achtjähriger Junge ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Nach einem schrecklichen Streit mit meinem älteren Bruder, bei dem er mir heftig zugesetzt hatte, hörte ich ihn durch unser Haus Klavier spielen. Ich verstand sofort an der Art und Weise wie er spielte, dass er traurig war und sich bei mir entschuldigen wollte. Ich ging hinunter, setzte mich, ohne etwas zu sagen neben ihn und begann gemeinsam mit ihm zu spielen. Nach wenigen Minuten intensiven Spiels war alles verraucht. Wir spürten beide ein intensives gutes Gefühl zueinander und ohne ein Wort miteinander gesprochen zu haben, gingen wir in Frieden auseinander und der Alltag hatte uns wieder. Die schöne Erinnerung ist mir bis heute geblieben und hat mich bestimmt sehr geprägt.

 

Bruno Assenmacher liebt
neben seinen Trommeln...
Fotos:GK
mit dem Familienhund Remo bei
Wind- und Wetter
in den Wald zu gehen.

 

Mag-4: Du warst in vielen Ländern und hast dort verschiedene Percussionsstile studiert. Wie unterscheiden sich diese Stile oder was verbindet sie? Und überhaupt, wie hast du diese Zeiten erlebt?

Die verschiedenen Percussionsstile auf unserem Planeten unterscheiden sich erheblich und doch haben sie eine große Gemeinsamkeit. Das erste, was Trommelkulturen gemeinsam ist, sind natürlich die Schallphänomene, d.h. von einer schwingenden Membran –meistens Tier- oder Kunststofffelle- gehen Druckwellen aus, die unser Ohr erreichen, dort in elektrische Signale umgewandelt werden, ins Gehirn geleitet und dort interpretiert werden. Das ist also die physikalische Ebene, die für alle gleich ist. Die zweite Gemeinsamkeit ist die Hörpsychologie. Musik und insbesondere Rhythmen sind in hohem Maße sozialfördernd. Überall auf der Welt wo es Rituale gibt, also, wo geheiratet wird, wo beerdigt wird, wo es Initiationsrituale gibt, wo, aus welchem Anlass auch immer gefeiert wird, selbst beim Marschieren, wird die magische Kraft der Musik verwendet, um gemeinschaftliche Gefühle zu erzeugen, Menschen miteinander zu verbinden.

Und selbstverständlich gibt es auch große Unterschiede. So, wie wir unterschiedliche Sprachen mit vielen Dialekten auf unserer Erde sprechen, genauso viele regionale Rhythmussprachen und Dialekte gibt es. Nehmen wir z. B. die Rhythmik auf dem indischen Subkontinent. Sie ist außerordentlich intellektuell und kompliziert mit mathematischen Strukturen aufgebaut. Mit der Melodie ist sie gleichberechtigt und steht ihr im musikalischen Anspruch in nichts nach. Ganz anders in Afrika, dort ist der Rhythmus Hauptbestandteil der traditionellen Musik. Melodieinstrumente gibt es wenige, der Gesang dominiert. Auch sie hat ihre Komplexität, indem mehrere verschiedene Rhythmen auf unterschiedlichen Perkussionsinstrumenten gleichzeitig erklingen und fest miteinander verwoben sind. Sie hat eine ungeheure Power, die alle Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes mitbewegt. Wenn sich beide Kulturen begegnen knistert es und es sprüht Funken. Beide haben dieselben Absichten, nämlich Menschen zusammen zu bringen und spirituell zu wirken. Sie tun es nur aus unterschiedlichen Perspektiven und durch eine andere Sprache.

Ägypter und Marokkaner sind der festen Überzeugung, dass sich ihre Musik ganz erheblich voneinander unterscheidet. Mit deutschen Ohren gehört, ist diese Musik aber sehr ähnlich und erst mal nicht voneinander zu unterscheiden. Genauso übrigens, wie ich als Kölner auf die außerordentlich großen Unterscheide zu den Düsseldorfern bestehe (lacht), aber aus der Sicht eines Sizilianers ist das kaum nachvollziehbar. Will sagen, mich interessieren in erster Linie die Gemeinsamkeiten in der Rhythmussprache, nicht die Unterschiede.

Zum zweiten Teil Deiner Frage, wie ich das persönlich erlebt habe. Es sind ganz spannende und sehr beeindruckende Erlebnisse gewesen, die ich von meinen Reisen mitgebracht habe, sowohl für meine musikalische als auch für meine persönliche Entwicklung. Ich habe z.B. gelernt, wie unterschiedlich man lernen kann. Schauen wir mal wieder nach Indien: Ein Trommellehrer kann Dir dort alles was er spielt exakt und präzise erklären und aufschreiben, bis ins kleinste Detail. Er erwartet, dass man intensiv und ausdauernd übt, und das solange, bis es gut klingt und man alles auswendig spielen kann. Das kam meiner westlichen Denke sehr entgegen, es entsprach meiner bisherigen Lernmethode in der Schule und während des Studiums. Ganz anders in Afrika, mein erster Trommellehrer hat sich vor mich hingesetzt, mir ein komplexes rhythmisches Muster vorgespielt und anschließend gesagt: You play! Natürlich konnte ich das nicht nachspielen und war völlig überfordert, und er hat sich auf die Schenkel geklopft und sich gebogen vor Lachen. Er hat mich übrigens nicht wirklich ausgelacht, sondern es war halt urkomisch für ihn, dass jemand so deppert sein konnte. Er konnte mir nicht wirklich erklären, wo genau an welcher Stelle was gespielt wird. Er hat mir einfach solange vorgespielt bis ich es einigermaßen konnte, dann hat er mich angestrahlt und war stolz auf mich und sich. Also zwei völlig unterschiedliche Lernansätze: in Indien das analytische, in viele kleine Scheibchen unterteilende und erklärende Verständnis für die Musik und in Afrika der ganzheitliche Ansatz, bei dem du solange imitierst bis du es spielen kannst. Eben gerade durch Imitation haben wir als Kinder die Sprache unserer Eltern gelernt und nicht durch analytische Erklärungen, denn niemand erklärt einem Kleinkind den Unterschied zwischen einem Adverb und einem Adjektiv, oder erläutert den Gebrauch des Plusquamperfekts. Beide Lernmethoden sind also gut und erfolgreich. Das habe ich u.a. von meinen Reisen mitgebracht. Für mich ist eine Mischung von beidem optimal und das gebe ich seit Jahren sehr gerne meine Schüler weiter.

 

Mag-4: Ist Trommelmusik eigentlich im Prinzip traditionell, also nicht veränderbar? Häufig stellt man sich ja vor, dass dort sehr viel improvisiert wird.

Beides trifft zu. Nehmen wir zuerst mal die "klassische" afrikanische Trommelmusik. Das meiste davon ist traditionell. Trommelstücke sind Kompositionen, mit festgelegten Rhythmen und Melodien. Sie werden nicht aufgeschrieben, sondern von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Jede Volksgruppe, jeder Stamm, jedes Dorf hat seine eigene Tradition, die sich mal mehr, mal weniger von einander unterscheiden. Und natürlich gibt es auch schöne Melodien, die meist gesungen oder auf einem Instrument gespielt werden. Rhythmen, Melodien sowie Arrangements der Kompositionen werden als Richtschnur verstanden, an ihr entlang improvisiert der Musiker und zeigt sein ganzes Können dem Publikum. So bleibt diese Musik ganz lebendig und wird "im Moment" komponiert.

Im Gegensatz dazu steht unsere europäische klassischen Musik. Hier ist alles aufgeschrieben, jeder einzelne Ton, die Lautstärke, das Tempo u.s.w.. So bleibt die Genialität einer Komposition für alle Zeiten erhalten. Die schöpferische Kraft des Augenblicks und die spontane Verbindung von dem Musiker zu seinem Publikum existieren aber nicht.

Kaum vorstellbar, dass Ann Sophie Mutter während einer Beethoven Symphonie plötzlich über der Musik des Orchesters anfängt zu improvisieren und das Publikum aufsteht und ihr lauthals seine Zustimmung erteilt.

Beides, Improvisation und Komposition, verbindet sich übrigens in genialer Weise im Jazz. Europäische, auskomponierte Harmonik begegnet afrikanischer oder asiatischer komplexer Rhythmik und gibt ausführlich Gelegenheit die Improvistionfähigkeit des Musikers zu zeigen. Der Jazz ist also eine ganz zeitgemässe Musik, die die verschiedenen "Welten" mit einander verbindet.

 

Mag-4: Was kann Rhythmus körperlich und psychisch bewegen?

Wenn wir in den Kosmos schauen, entdecken wir Rhythmen in Form von sich gleichförmig bewegenden Himmelskörpern, die Erde kreist um die Sonne, der Mond um die Erde und die Erde um sich selbst. Es entstehen dadurch die Jahreszeiten, Tag und Nacht, Ebbe und Flut u.s.w. Wenn wir in den Mikrokosmos schauen, finden wir auch dort rhythmische Schwingungen von Atomen, Molekülen etc. Blicken wir in unseren Körper bestimmen auch hier Rhythmen unser Leben: das Ein- und Ausatmen, unser Herzschlag, wach sein und schlafen u.s.w.. Hierbei ist unser Lebensrhythmus mit dem des Universums unmittelbar und zwingend verknüpft. Tag und Nacht oder die Jahreszeiten bestimmen unseren Alltag. Als Musiker entwickelt man hierfür natürlich eine besondere Aufmerksamkeit. Wenn ich mit meinem Rollkoffer über einen gepflasterten Bürgersteig gehe, höre ich sofort Musik, und es kann sein, dass ich mich umdrehe und ein Stück Weg nochmals gehe. Rolltreppen, Drucker, Baustellen, Strassenbahnen, Blinker...alles ist im Rhythmus und macht Musik, man muß nur hin hören. Überall um uns herum pulsiert es ohne Unterlass, und wir Menschen sind darin eingefügt, wie ein Zahnrad in einem Uhrwerk. Das alles können wir seelisch oder körperlich spüren, wenn wir Musik machen oder tanzen. Wir verbinden uns mit der Welt, insbesondere mit den Menschen in ihr und fühlen uns unbewusst-archaisch EINS mit ihr.

Wem das fehlt, wird krank.

Leben ist Rhythmus und Rhythmus ist Leben. Es ist diese gemeinschaftsstiftende Allmacht, von der wir körperlich und seelisch bewegt werden.

 

Mag-4: Viele Menschen sagen ja von sich, sie hätten kein Rhythmusgefühl und beiwohnen sei Hopfen und Malz verloren. Kannst Du das bestätigen?

Nein, das kann ich nicht bestätigen. Jeder gesunde Mensch hat ein Gefühl für Rhythmus und Bewegung. Man kann feststellen, dass es unterschiedliche Begabungen gibt, und selbstverständlich sind Menschen, die schon früh begonnen haben Musik zu machen klar im  Vorteil, aber ich habe noch niemals jemanden getroffen, der kein Gefühl für Rhythmus hat. Und ich unterrichte ja nun schon seit mehr als zwei Jahrzehnten.

 

Mag-4: Gibt es eigentlich eine typische Einsteigertrommel? Wie machst Du das in Deinen Workshops?

Eine wunderbare Einsteigertrommel hat eigentlich jeder bei sich und zwar jederzeit und kostenlos. Den eigenen Körper. Er ist mein erstes Instrument. Mit den Füßen, den Händen und unserer Stimme können wir tolle Rhythmen kreieren. Das bringt ungeheuer viel Spaß und macht locker. In meinen Workshops sind die ersten Trommeln auf denen wir spielen  Darabukkas. Das sind kleine handliche Trommeln, die schön klingen und auf denen man direkt ein Erfolgserlebnis hat. Später kommen dann alle möglichen Trommeln, die rund um den Globus zu Hause sind zum Einsatz. Ich besitze ein ganzes Lager voll davon.

 

Mag-4: Wenn man soviel unterwegs ist wie du, hat man da eigentlich noch genug Zeit für ein Privatleben?

Ja, das habe ich. Die Kinder sind groß, unser Hund hat viele Tanten und Onkel, die ihn mit Pizza und Vanilleeis verwöhnen und ich habe das große Glück, dass meine Frau Elli immer mit mir zusammen reist und wir daher rund um die Uhr zusammen sein können. Meine Liebe zur Musik, zu den Menschen, zu meiner Frau, privates und berufliches, alles vermischt sich bei mir grenzenlos. Ich empfinde das als ein außerordentliches Privileg in meinemLeben.

 

Mag-4: Hast du eigentlich auch noch Hobbys und Zeit dafür?

Ich schraube gerne an meinem dreißig Jahre alten Motorrad. Da kommt dann der Ingenieur in mir wieder durch. Ich liebe technische Zeichnungen und Handbücher....

Ich lese aber auch gerne philosophische, politische, kritisch-religiöse und musikwissentschaftliche Bücher, so wie andere Krimis lesen. Ich habe mir so im Laufe der Zeit ein Spezialwissen über arabische Musik angeeignet. Seit einigen Jahren halte ich nun Powerpoint Vorträge an Volkshochschulen, auf Festivals oder anderen Veranstaltungen über arabische Musik. Die sind übrigens sehr unterhaltsam. Auch da ist mein Hobby zum Beruf ausgewachsen.

Ich koche und esse ich gerne, multikulti natürlich. Vielleicht werde ich ja mal Koch....

 

Mag-4: Was hat Dich eigentlich nach Viersen verschlagen? Man mag doch glauben, dass jemand wie Du, der soviel, auch international unterwegs ist, sich lieber zu einer Großstadt hingezogen fühlt.

Ich bin eigentlich ein Stadtmensch. Ich bin in Köln aufgewachsen, habe in Düsseldorf studiert und würde sofort nach New York ziehen, wenn's sein müßte. Der Grund, warum ich nach Viersen gezogen bin ist ganz einfach und überzeugend: wegen der Liebe! Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich bin von meiner Rasse her ja Kölner, da ist es nicht leicht in einem anderen Bundesland zu wohnen, aber hier bin ich ja noch in meiner rheinländischen Heimat. Es passt also perfekt, dass es ein Mädel vom Niederrhein ist, in das ich mich verknallt habe.

 

Mag-4: Was für Projekte stehen für Dich demnächst an und wann kann man denn mal Bruno Assenmacher in Viersen oder Umgebung sehen?

In Viersen demnächst leider nicht. Ich habe hier in Viersen über mehrere Jahre an der Realschule Josefstrasse und der Anne-Frank-Gesamtschule ein Trommelprojekt für Schüler im Rahmen des Landesprojekts NRW Kultur und Schule angeboten. Das hat den Schülern, den Lehrern und mir viel Freude bereitet. Die Schüler haben hochkonzentriert gearbeitet und das Ergebnis konnte sich bei einer Vorführung im letzten Jahr in der Festhalle Viersen wirklich sehen und hören lassen. Leider ist mein Projekt in diesem Jahr von der Stadt Viersen nicht mehr bewilligt worden. Ich werde es aber im nächsten Schuljahr erneut beantragen.

Ich habe einige Projekte mit Trommelgruppen und Bands, die zeitlich bis in das nächste Jahr reichen. Eine neue CD wird aufgenommen werden und wir bereiten eine neue Drum and Dance Show für Juni 2013 vor, die in Kaarst im Wasserturm uraufgeführt wird.

Ich schreibe weiter an meinem Buch über arabische Musik, zu dem mich ein Schweizer Verlag beauftragt hat und ich bereite einen neuen Vortrag über die Zeit der Araber in Spanien/Andalusien vor. Dieses Thema interessiert mich besonders, da über einen Zeitraum von fast sieben Jahrhunderten eine Blütezeit der europäischen Kultur im Zusammenleben von Muslimen, Juden und Christen entstand.

 Ansonsten sieht mein Terminplan für die nächsten Monate so aus: zuerst sind wir für 10 Tage in Bozen (Norditalien), dort spiele ich auf einem internationalen Tanzfestival für eine Tänzerin aus Israel und einen Tänzer aus den USA. Von dort aus geht es direkt nach Freiburg. Dort findet das einzige europäische Rahmentrommelfestival "tamburi mundi" statt. Ich werde dort u.a. ein Pädagogikseminar geben und einen Vortrag über arabische Musik halten. Von dort aus geht es dann weiter nach Zürich, wo ich ebenfalls einen Workshop gebe und einen Vortrag über die bedeutsame arabische Sängerin Um Kulthum halte. Danach geht's wieder zurück nach Hause. In der folgenden Woche bin ich dann in Düsseldorf zum SummerCamp 2013 im Tanzhaus NRW...zwischendurch mal kurz in Rheinland Pfalz, danach sind dann die Sommerferien zu Ende und wir touren wieder durch NRW und Deutschland...bis Weihnachten.

 

Mag-4: Abschließende Frage: Wenn ich Dir eine funktionierende Zeitmaschine zur Verfügung stellen könnte, wohin würdest Du reisen und warum?

Ich sehne mich eigentlich gar nicht in die Zukunft oder in die Vergangenheit, ich ziehe einen intensiven Augenblick immer vor. Wenn Du mir aber schon mal Deine Zeitmaschine leihst, dann stelle sie bitte auf Ostern 2011, da waren wir nämlich in einem schönen Türkeiurlaub.