Mit Behinderungen ist zu rechnen

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Eine Ausstellung mit Cartoons von Phil Hubbe in der schlafkultur. Darf man sich über Handicaps lustig machen? Vor allem über jene, die im Alltag von Behinderten vorkommen könnten?

 

Man darf – wenn man Phil Hubbe heißt. Mittlerweile ein fester Bestandteil der deutschen Cartoon-Szene, trifft der selbst an MS erkrankte Zeichner und Karikaturist den Lachnerv von Behinderten und entlarvt dabei gleichzeitig unsere Gesellschaft, ohne dabei jemals verletzend zu sein.

Phil Hubbe präsentiert seine Arbeiten vom 4. Januar bis zum 17. Februar 2013 in der „schlafkultur“ Viersen, Bruchweg 27, 41751 Viersen. Eröffnet wird die Ausstellung am 4.Januar ab 19 Uhr mit einer Vernissage.  Insbesondere bei seinen Witzen über Menschen mit Behinderung kommt immer mal wieder die bange Frage auf, ob man das darf. "Satire darf alles!", versichert Phil Hubbe. Lediglich einige wenige unbedarfte Zeitgenossen haben sich bisher über Hubbes Humor beschwert – die meisten davon waren nicht behindert.

 

Übrigens lacht Phil Hubbe mit seinen Cartoons auch über sich selbst. Die 1988 bei ihm diagnostizierte Multiple Sklerose hat ihn zwar hier und da körperlich eingeschränkt, glücklicherweise aber noch nicht in der Hand, mit der er zeichnet. Seine eigenen Erfahrungen und ein wachsamer Blick sind Inspiration genug für seine Motive.

Dank der regelmäßigen Behandlung mit Medikamenten hat der Karikaturist sein Leben ganz gut im Griff. Inzwischen hat Phil Hubbe eine Reihe von Kalendern gestaltet und drei Bücher herausgebracht. Nach "Der Stuhl des Manitou" und "Der letzte Mohikaner" erschien im Sommer 2009 "Das Leben des Rainer".

 

Vernissage Phil Hubbe "Mit Behinderungen ist zu rechnen"

Freitag den 04. Januar 2013 ab 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 04. Januar – 17. Februar 2013

 

schlafkultur
Bruchweg 27
Viersen

Tel. 02162/50 39 28

www.schlafkultur-viersen.de

 

 

Infos zu Phil Hubbe

1966 in Haldensleben geboren

1984 Abitur

Grundwehrdienst, abgebrochenes Mathematikstudium in Magdeburg

Schichtarbeiter im Keramikwerk,      Wirtschaftskaufmann, aber eigentlich schon immer Zeichner

1990 Veröffentlichung einer Bildgeschichte in „Atze“

1992 endlich aus der Zeichnerei einen Beruf gemacht

Arbeiten für verschiedene Werbeagenturen, für Ministerien, Pressekarikaturen für diverse Tageszeitungen sowie für das Sportmagazin „kicker“

Regelmäßige Arbeiten für den MDR und ZDF-Online

Seit 1985 an MS (Multiple Sklerose) erkrankt.

Die Diagnose wurde erst 1988 gestellt.

Von Freunden und Kollegen ermutigt, die Krankheit zum Thema von Cartoons zu machen. Regelmäßige Veröffentlichungen in „Handicap“.

Deutscher Preis für die politische Karikatur 2002 (Stuttgart) 3.Preis

Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe 2006

 

Bücher:

2004 „Der Stuhl des Manitou – Behinderte Cartoons“  (Lappan Verlag Oldenburg)

2006 „Der letzte Mohikaner – Behinderte Cartoons 2“ (Lappan Verlag Oldenburg)

2009 „Das Leben des Rainer – Behinderte Cartoons 3“ (Lappan Verlag Oldenburg)

2011 „Der Stein des Sisyphos – Behinderte Cartoons 4“ (Lappan Verlag Oldenburg)

 

Kalender:

Seit 2007 „Handicaps“

www.hubbe-cartoons.de