Celina Sombrowska: RAUM INNEN RAUM

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Die in Viersen lebende Künstlerin ist in erster Linie Bildhauerin. Sie setzt sich in ihrem künstlerischen Schaffen mit der Thematik des Raumes auseinander - TRANSPARENZ ist das zweite Thema ihrer langjährigen Forschung. 

Seit einigen Jahren hat sie ihr Atelier in der alten Industriefabrik Goeters in Viersen, in dem sie arbeitet und lebt.
Die Ausstellung läuft vom 20.02.- 03.04.2011 in der Galerie am Park. Die Ausstellung „Celina Sombrowska - RAUM INNEN RAUM“ wurde am Sonntag den 20. Februar in der Städtischen Galerie im Park Viersen eröffnet. Die Ausstellung läuft vom 20.02. bis 03.04.2011.

 

Celina Sombrowska ist Bildhauerin, die sich intensiv mit den Themen Raum und Transparenz auseinandersetzt. Ihre Skulpturen versteht sie als Analysen von Raum: zum einen nimmt sie konkret Bezug auf den Ort, an dem die Skulptur steht, zum anderen dient die Skulptur dazu, eine grundlegende Erfahrung von Raum zu machen. Der Mensch als Bezugspunkt im Raum ist ihr eine wichtige Größe, daher orientieren sich die Maße ihrer Werke an menschlichen Maßen, streben von da aus darüber hinaus. Neben den Skulpturen, die nach den Worten von Celina Sombrowska nur groß und niemals klein sein können, fertigt sie fotografische Analysen der Räume an, die sie gebaut hat. Sie versteht diese Werke nicht als Fotokunst, sondern ausdrücklich als Erweiterung ihrer skulpturalen Raumanalysen. Dass in der Städtischen Galerie im Park vor allem Bilder zu sehen sind, liegt an den statischen Beschränkungen des Gebäudes, die die Aufstellung von „geschlossenen Räumen“ aus meterdicken Schichtungen aus Glas, die Celina Sombrowska ebenfalls erstellt, nicht zulassen. Aus diesem Grund werden im Rahmen eines Begleitprogramms Besichtigungstermine und Führungen an den Orten angeboten, wo weitere Raumskulpturen der Künstlerin zu sehen sind.

 

S K U L P T U R E N

Celina Sombrowska errichtet aus einseitig mattiertem Glas offene Räume, begehbare Skulpturen, die sich durch ihre Eintrittsituation voneinander unterscheiden und dadurch differenzierte Raum-Erfahrungen zulassen.

Bei der Raumskulptur I in der Gereonstraße bilden jeweils zwei direkt aneinanderstoßende Gläser einen rechten Winkel, die sich mit Abstand gegenüberstehen. Sie schaffen einen Innenraum und lassen zwei schmale, versetzte Eingänge frei. Der Besucher muss sich durch die Spalten fast hineindrängen und wird in dem freien, abseitigen Raum mit Spiegelungen, Lichtreflexen und der Transparenz des Glases konfrontiert. Hier wird der Betrachter nicht abgelenkt vom Außen, hier ist er allein mit dem Innen-Raum und mit sich. Der Mensch wird auf sich selbst zurückgeworfen. Diese Auseinandersetzung ist grundsätzlich radikal und existentiell - sie fordert den Betrachter heraus, der nicht immer bereit ist, sich dieser Kompromisslosigkeit zu stellen.

 

Die Raumskulptur II auf dem Vorplatz der Städtischen Galerie im Park besteht ebenfalls aus vier einseitig gesandstrahlten Gläsern im rechten Winkel zueinander, doch gibt es hier an jeder Ecke einen Eingang, der bewirkt, dass das Innere weniger streng vom Äußeren abgeschirmt ist als beim Pendant in der Gereonstraße. Diese Skulptur im öffentlichen Raum ist in sich freier und für einen Raum inmitten von Menschen geschaffen worden. Celina Sombrowska bezieht mit dieser Skulptur künstlerisch Stellung zur Diskussion um den Erhalt der Städtischen Galerie: sie fordert die Erhaltung eines öffentlich geschützten Freiraums für die Kunst in der Stadt Viersen, die sich jenseits von kommerziellen Interessen präsentieren soll. Die räumliche Achse, die zwischen den Skulpturen in der Gereonstraße und auf dem Vorplatz gespannt wurde, setzt sich bis in die Galerie fort, indem ein frontal zum Eingang gesetztes Glas im Erdgeschoss den Aspekt „Aussen“ in die Ausstellungsräume hineinholt und mit dem „Innen“ verbindet. Maße und Material der Scheibe entsprechen exakt denen der anderen Skulpturen; die äußere spiegelt sich in der inneren und umgekehrt. Der weiße Fußboden und die durch halbtransparente Tücher neutralisierten Fenster geben dem Ausstellungsraum Ruhe und Klarheit und machen ihn zu einem Teil der Raumskulptur.

 

B I L D E R

Im Obergeschoss und in den Nebenräumen des Erdgeschosses hängen Fotografien in unterschiedlichen Großformaten, die mit Acrylglas versiegelt auf Aluminium aufgezogen sind. Sie stehen im direkten Zusammenhang zur beschriebenen Skulpturenachse und sind von Celina Sombrowska als Erweiterung ihrer skulpturalen Raumanalysen vorgesehen. Von den vier Bildern im Hauptraum des Obergeschosses korrespondieren die jeweils gegenüberliegenden miteinander. Bei den Innenansichten in den Nebenräumen lösen sich die Begrenzungen auf, sie werden diffus.

Im Nebenraum am Treppenaufgang (1.OG) gibt die Künstlerin einen Rückblick auf zwei fotografische Arbeiten von 1997, die ihre erste bauliche Installation aus transparenten Papierbahnen zeigen. Im Treppenaufgang stehen Modelle für geschlossene Räume aus geschichtetem weißem Glas und schwarzem Granit (2007), deren Realisierung ähnliche Dimensionen annehmen würde wie die der offenen Skulpturen. Kompromisslosigkeit und das radikale Reduzieren der Form auf reinen Raum und reine Transparenz zeichnet das Werk von Celina Sombrowska aus. Der Verzicht auf Titel und Namen unterstreicht die Unabhängigkeit aller Arbeiten.

 

 

Zur Ausstellungseröffnung sprachen Anne Bieler, die Vorsitzende des Kultur- und Partnerschaftsausschusses der Stadt Viersen, und Stefan Vander von der Bürgerstiftung der Stadtsparkasse Viersen. Die Einführung übernam Tanja Muschwitz, Kulturreferentin der Stadt Viersen. Die Ausstellung der Viersener Bildhauerin wurde von der Bürgerstiftung der Stadtsparkasse Viersen gefördert.

 

 

Neben den normalen Öffnungszeiten der Galerie (dienstags bis samstags 15-18 Uhr, sonn- und feiertags 11-18 Uhr) wird ein Begleitprogramm mit Besichtigungen und Führungen mit Informationen über die Werke Celina Sombrowskas angeboten, die sich im Atelier in der Gereonstraße und in Mönchengladbach befinden. Zur Ausstellung, die am 3. April endet, wird ein Katalog erscheinen.