Die Tage bis zum "Tag der Kunst" in Schwalmtal

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Der Tag der Kunst präsentiert zum 9. Mal bildende Kunst von Schwalmtaler Künstlern sowie nationalen und internationalen Künstlern an verschiedenen Ausstellungsorten in Schwalmtal. E

in Kunstweg durch Schwalmtal - offene Türen in Ateliers, Ausstellungen in öffentlichen Gebäuden und Kirchen. Traditionell findet der Tag der Kunst in Schwalmtal im Juni eines jeden Jahres statt und ist somit zu einer großen Bereicherung im kulturellen Leben Schwalmtals und seiner Umgebung geworden.2001 entstand das Konzept des „Tages der Kunst“ in Schwalmtal. Seitdem erweitert sich das Angebot der Ausstellungsorte und die Anzahl der Künstler von Jahr zu Jahr. Die Organisatoren und die Gemeinde Schwalmtal, haben die Idee der offenen Ateliers um spannende neue Themen erweitert. Die Verknüpfung von Kirchen und Vereinen und der Gemeinde hat sich als stark erwiesen „Es wird an einem Strang gezogen, was die Wege verkürzt und effektive Arbeit ermöglicht“ sagt Bernd Meyer. Um ein möglich breites Spektrum an Kunst zu bieten, dienten auch die Vorgaben der Kurators Bernd Meyer, der die Orte und Künstler aussuchte und diese dann „zusammen“ brachte.

 

Vom 17. - 19. Juni 2011 findet wieder der Tag der Kunst in Schwalmtal statt -
an 14 Ausstellungsorten mit 23 Künstlern.

hier alle Termine und Ausstellungsorte

 

Die Einladungen an die Künstler für diese Ausstellung beinhalten auch die Möglichkeit in einen Dialog mit dem Ausstellungsort zu treten. Einige Künstler, die „raumbezogen“ arbeiten, wie Frank Göllmann, Rose-Marie Nöcker, Kaneyuki Shimoosako und Martin Schüten, haben diese Möglichkeit wahrgenommen. Es werden einmalige Kunstwerke entstehen, die Anmerkung - dieser Artikel wird zu gegebenen Anlass immer wieder aktualisiert werden.sich auf den jeweiligen Ausstellungsort beziehen und mit ihm in einen Dialog gehen. Die Möglichkeit mit einem der Künstler im Vorfeld zu sprechen und von Beginn an von diesem Entstehungsprozess zu berichten hat MAG-4 wahrgenommen.

 

Aktuell eine Woche vor Beginn der Ausstellung

Stefanie Riemann besuchte den Künstler Martin Schüten, eine Woche vor der Ausstellung, in seinem Krefelder Elfenbeintürmchen, um mehr über seine Kunstobjekte und ihn zu erfahren.

Anlass zu diesem gemütlichen Treffen ist seine Ausstellung in der Evangelischen Kirche Lange Straße in Schwalmtal-Waldniel beim diesjährigen TAG.DERKUNST. Es wird eine Rauminstallation zu sehen geben, die bekannte Objekte aus einer anderen Perspektive erscheinen lassen. TAG.DERKUNST2011 eröffnet mit einer Feier am 17.Juni 2011 ab 18.30 Uhr im Mühlenturm Armern.

 

Einen Monat vor Beginn der Ausstellung
MAG-4 traf den Künstler Martin Schüten aus Krefeld, einen Monat vor dem TAG.DERKUNST2011, in seinem „Elfenbeinturm“ in Krefeld Uerdingen. Martin Schüten wird in der Evang. Kirche, Lange Str. 50, Schwalmtal-Waldniel eine Rauminstallation, eigens für den Tag der Kunst 2011 in Schwalmtal konzipieren. In den Wochen seit der Einladung zur Ausstellung bis zur Eröffnungsfeier entwickelt Martin Schüten eine Idee, die er dann am 17. Juni präsentieren wird.

 

Das erste Gespräch, wird schnell zu einem langen anregenden Austausch und die Neugierde wird Triebfeder. Was wird Martin Schüten ausstellen und wie wird seine Rauminstallation in der Kirche in Waldniel aussehen? Doch auf diese Fragen bekommt man noch keine konkreten Antworten. Martin Schüten nimmt mich dafür auf den Weg zu seiner Kunst mit, sozusagen eine Einladung zum Entstehungsprozess seiner Arbeit. Kirche in Schwalmtal-Waldniel Er erzählt mir, dass Kurator Bernd Meyer ihm im Vorfeld der Ausstellung, die Kirche in Schwalmtal-Waldniel als seinen Ausstellungsort vorgeschlagen hat. Der Ort und der Bezug zur Religion hat ein wenig Skepsis bei ihm ausgelöst. Die Kirche sei so stark determiniert und er fragt sich, wie Kunst dahinein geht, ohne ignorant oder vereinnahmt zu sein. Die Neugierde so eine Aufgabe zu bewältigen, steht aber bei Martin Schüten klar im Vordergrund. Nach seinem ersten Besuch in Waldniel und seinen Gesprächen mit dem dortigen Pastor Thumme und der Besichtigung der Kirche in Waldniel, gefiel ihm die Idee diesen speziellen Raum, als Ort für seine VitaKunst zu wählen immer besser. Es gab so etwas wie ein „Einlassen“ auf die dortigen stattfindenden „Versammlungen und den Versammlungsort“, wie Martin Schüten es beschreibt. Ein Thema des diesjährigen Kirchenjahres in der Gemeinde Waldniel ist das der Taufe. Zum „Tag der Kunst“, wird in der Kirche -gemäß Ihrer Bestimmung - ein Gedenkgottesdienst gefeiert, der auch die Taufe thematisiert. Die liturgischen Gerätschaften, die Pastor Thumme Martin Schüten zeigt, wie unter anderem eine sehr alte Taufschale aus dem Safe der Kirche, sollten Martin Schüten als weitere Inspiration dienen, was sie dann auch getan haben. Das Thema Taufe nimmt er auf in seine Konzeption. Auch die Schlichtheit des Kircheninnenraum sagt Martin Schüten zu. Er hat sich „eingelassen“ auf das Thema und den Ort.

 

Martin Schüten nimmt die Einladung an...

Mit einem Brief an die Gemeinde der Kirche nimmt er die Einladung für die Ausstellung an und fasst seine Eindrücke und Ansätze zusammen.

 

 

 

 

Martin Schüten im Dialog mit dem Ort, dem Thema und den Personen

(Schnittmengen, oder wenn viele einiges machen)

Tag der Kunst, eine Veranstaltung.

Kirchenraum, ein Ausstellungsort.

Ein Gedenkgottesdienst, Veranstaltung innerhalb der Veranstaltung.

Zwei Gemeinden, die Glaubensgemeinde und die Kunstgemeinde.

Arbeiten eines Künstlers.

So lautet die Zutatenliste zu dem, was vom 17.06.-19.06. den Besucher erwartet, wenn er in die Lange Str. 50 in Waldniel kommt.

Zum Tag der Kunst eingeladen worden zu sein, schien für mich so wie immer zu werden: Ort besichtigen, Arbeiten auswählen, ein paar neue Arbeiten machen, die ergänzend gut passen – aufhängen, fertig.

Noch nie habe ich in einer Kirche ausgestellt, noch nie bin ich gefragt worden, ob das, was ich mache, liturgisch verwendbar sei.

Pastoren, ein Gedenkgottesdienst , ein Thema: Taufe, Gespräche – danach einfach aufhängen, fertig; funktioniert nicht mehr.

Kirche genauer ansehen, mehr Gespräche, liturgische Gerätschaften bestaunen, Parallelen finden, Schnittmengen zwischen der Funktion des Ortes, der Ausstrahlung des Ortes und meiner künstlerischen Arbeit bilden.

Was wird zu sehn sein?

Es werden Arbeiten zu sehen sein, die sich mit dem Kirchenraum an sich beschäftigen. Arbeiten die auf die Tatsache eingehen, dass an diesem Ort sich Menschen versammeln. Arbeiten, die entfernt mit Taufe zu tun haben, die sich mit dem Ritual, dem Vorher / Nachher, dem Sichtbaren / Unsichtbaren beschäftigen, keine Illustration; Gegenstände, Worte, Utensilien des Wandels, Sehen und Wahrnehmen, Schein und Sein;

und dann von hinten wieder durch die Brust: das Ganze visualisieren.

- Martin Schütten -

 

Dies Video entstand bei einem weiteren Treffen von Martin Schüten, Kurator Bernd Meyer und Pastor Thumme.