Die Floriade 2012 einmal mit Kinderaugen

Ein Tag in der Floriade – die 11-jährige Lisa berichtet von ihren Erlebnissen.

Seit nun 4 Monaten zieht die Floriade in Venlo Besucher von nah und fern an. Die nur alle 10 Jahre in den Niederlanden stattfindende Welt-Garten-Expo wurde auf einem 66 ha großen Gelände in langjähriger Arbeit liebevoll als abwechslungsreicher Themenpark gestaltet. Dieser ermöglicht dem Besucher eine inspirierende und interaktive Begegnung mit dem Garten- und Landschaftsbau. Das umfangreiche Angebot im Außenbereich und in den vielen Pavillons und Häusern spricht wirklich jeden an: Fachbesucher, Hobbygärtner und Ausflügler, alt und jung. Für Kinder wurde mit „Floriade Kids“ sogar ein spezielles Programm gestaltet.

Die 11-jährige Lisa hatte sich auf den Besuch allerdings nicht besonders vorbereitet. Sie wollte die Floriade auf eigene Faust erkunden und hat dabei eine Menge Spaß gehabt! Lesen Sie in ihrem Bericht, wie sie die Floriade erlebt hat und was bei ihr Eindrücke hinterlassen hat.

 

 

Mein Tag in der Floriade – von Lisa R.

In den Sommerferien habe ich mit meiner Mutter und deren Freundin die Floriade in Venlo besucht. Die Floriade ist eine große Gartenschau, die nur alle 10 Jahre stattfindet. Gleich nach dem Eingang trafen wir auf der Floriade Plaza auf farbenfrohe Fantasiefiguren, die sich auf Stelzen anmutig nach Musik bewegten.

 

Danach waren wir im Dome. Er erinnert an ein Planetarium und zeigte einen kurzen Film in der Kuppel über den Gartenbau in den Niederlanden. In einem benachbarten Pavillon war das Thema „Wohnen im Grünen“. Überall wuchsen Pflanzen: im Backofen, auf dem Sofa, auf den Tellern, den Tischen und Liegen... Das fand ich sehr schön, auch wenn ich in so einer Wohnung nicht leben möchte. Lustig war die Möglichkeit, sich in einer Kabine fotografieren zu lassen und das Foto per Internet gleich an Freunde zu verschicken. Das habe ich sofort ausprobiert!

 

Danach gingen wir über einen Holzpfad durch den Wald. Zwischendurch erfuhr man immer wieder etwas über das Leben der Menschen, die dort vor vielen Jahren gelebt haben. Über eine Abzweigung gelangten wir in den nächsten Themenbereich. Dort gab es ganz viele Arten von Sommerflieder und hübsche Wassergärten. In einem riesigen Glashaus, der Villa Flora, werden empfindliche Pflanzen wie Orchideen ausgestellt. Auf einem ganz langen Tisch konnte man in vielen Büchern zum Thema Pflanzen und Natur stöbern. Dafür reichte die Zeit aber nicht und ich wollte auch lieber auf das Klettergerüst neben dem Glashaus. Dann gingen wir zu der Innova. Weder die Ausstellung noch der Tulpentanz haben mir besonders gefallen. Wieder liefen wir über einen Holzpfad durch den Wald, diesmal konnte man auch über Pfähle und Holzstämme balancieren, das hat viel Spaß gemacht.

 

Auf den nächsten Themenbereich freute ich mich besonders, dort war der Barfußpfad. Wir durchquerten zunächst zwei Gärten, von denen mir der mit dem Wasser und den schönen unterschiedlichen Blumen besonders gefiel. Jetzt brauchten wir aber erst einmal eine kleine Pause, die wir im ZEN Restaurant verbrachten. Besonders lecker war der Schokoladen-Muffin. Danach konnte ich endlich den Barfußpfad ausprobieren. Der schlängelt sich über kleine Hügel und ist aus verschiedenen Granitsteinen, mal rund, mal kantig, groß oder klein, angelegt. Das war ganz schön kniffelig! Neben dem Barfußpark steht ein großer Drache aus Metall, der zwischendurch Feuer spuckt und dadurch negative Energie verbrennen soll.

 

Gut gefallen haben mir auch die riesigen Erdgrasköpfe, die ein Künstler gestaltet hat. Weiter ging es durch den Wald zum „Willowman“.

 

 

Angeblich soll vor Jahren ein Weidenmann in diesen Wäldern gelebt haben. Durch Tunnel aus Weidenzweigen gelangt man zu einem großen Platz wo überall Schlafnester aus Weidenzweigen in den Bäumen hängen. In diesen Nestern und in Geflechten auf dem Boden wohnen Tiere, wie zum Beispiel kleine Hühner, ein dicker Hase, Meerschweinchen und Vögel.

 

 

Der Willowman hat an den Bäumen Kleidung aufgehängt, in denen Gemüsepflanzen wachsen. Kinder können dort mit Naturmaterialien basteln und die Kunstwerke an den Weidengeflechten aufhängen.

 

Mit der Seilbahn gelangten wir anschließend auf die andere Seite der Floriade. Neben der Seilbahnstation wachsen wunderschöne Rosen, die teilweise auch sehr schön dufteten. Wir gingen weiter zum Wasserspielplatz. Leider wuchsen dort viele Algen, so dass ich ausrutschte und eine ganz nasse Hose hatte. Wir gingen weiter zu den vielen Länderpavillons. Von denen haben mir aber nur die aus China und Belgien gefallen.

 

Durch Obstbäume liefen wir am See entlang zum Strandcafé. Dort legten wir eine kleine Pause ein, weil es fürchterlich regnete. Sobald es aufgehört hatte, kletterte ich auf die Felsen auf dem Sandspielplatz. Durch einen kleinen Pfad erreichten wir den letzten Themenbereich. Nachdem wir an einem riesigen Bildschirm (Kino) vorbeigekommen waren, gelangten wir in ein großes Tropenhaus. Dort findet man tropische Pflanzen wie Bananenstauden, Oleander und Palmen. Das Tropenhaus mit seinen Brücken und Stegen fand ich sehr schön. Spannend waren auch die bunten Maschinen vor dem Glashaus mit denen man Musik machen konnte oder Gegenstände bewegte. Im nächsten Glashaus konnte ich Trecker vor einem Bildschirm fahren und Pflanzen erraten. Außerdem konnte ich viel Obst und Gemüse probieren. Das war klasse! Manchmal gibt es dort auch Kochkurse. Nach dem Gang durch das Spargelhaus schauten wir uns den Obst- und Gemüsegarten an ich naschte noch ein paar Blaubeeren. Weiter ging es zum Pavillon der Niederlande. Hier gab es viele Informationen über Wasser, Algen und andere Themen. Auf dem Weg zurück kamen wir an wunderschönen Blumenhügeln vorbei.

 

Wir besuchten einen Naturgarten auf einem Hügel und den griechischen Garten, wo aus kleinen Olivenbäumen die olympischen Ringe dargestellt werden. Die Snackproduktion im Nachbarhaus war interessant, da die Snacks ohne Fett und Zucker nur aus Früchten oder Gemüse hergestellt waren. Vom Aussehen erinnerten sie allerdings eher an Hundefutter. In einem weiteren Garten konnte ich als Biene mit einem Scanner Nektar oder Pollen sammeln, als Belohnung erhielt ich eine Packung Blumensamen. Das war lustig. Die Samen werde ich im Garten aussäen. Ich bin gespannt, was daraus wächst.

 

Eine besondere Attraktion sollte der Rabo Earth Walk sein. Ich fand die Filmanimation zwar schön, aber so etwas Außergewöhnliches war es auch nicht. Allerdings hat man vom Dach des Gebäudes eine tolle Aussicht! Durch schöne Gärten kamen wir zu dem Pavillon von Nordrhein-Westfalen. Im Inneren konnte man viel mit Touchscreens ausprobieren. Draußen wuchsen typische Gemüse- und Blumenpflanzen. Für Kinder gibt es dort eine Kletterwand, Kreidetafeln und einen Sandkasten. Auf den Sitzsäcken kann man sich sehr gut erholen. Nach kurzer Pause durchquerten wir wieder einige schöne Gärten, gut gefallen haben mir die Fahrradfahrer aus Buchsbaum im Luxemburger Garten. Zum Abschluss haben wir noch den Tiergarten mit seinem übergroßen Storchennest besucht.

 

Inzwischen war es kurz vor 19 Uhr. Gerne hätte ich noch einen Abstecher zu den Wasserspielen auf der Floriade Plaza gemacht. Aber meine Hose war zum Glück gerade wieder ganz trocken... und so machten wir uns auf den Nachhauseweg.

Es war ein toller Tag!

 

Alle Fotos © Nicki Karl

 

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