Auch eine Villa ist nur ein Haus!

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Die Villa an der Josefstr.1 ist ein Denkmal und nun sie einer Straße weichen. Diese Straße war mal angedacht und vor langer Zeit beantragt worden, zu einer Zeit als Viersen noch… Jahrzehnte später hat sich wohl doch jemand erinnert und nun soll sie im Gedenken an „alte Zeiten“ eine Schneise, bzw. eine Umgehungsstraße durch die Südstadt schlagen.

 

Spurensuche...

 

Zitat auf der Webseite der Stadt Viersen:

„Das Gebäude zeichnet sich durch die sehr repräsentative Gestaltung seines Äußeren und seine exponierte, den Straßenraum prägende Lage als Einzelhaus an einer Straßenecke aus.  Aus wissenschaftlichen, insbesondere architekturhistorischen und städtebaulichen Gründen liegen die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes nach § 2 (1) Denkmalschutzgesetz im öffentlichen Interesse.“

Quelle: Stadt Viersen

 

Eingetragen ist die Villa als Denkmal erst seit dem 03.02.2012. Eigentlich hätte die Villa schon 1998 in die Liste der Denkmäler aufgenommen werden müssen. Alles in allem könnte es jetzt ein sehr kurzes Leben für die Villa als Denkmal bedeuten, sollte das Gebäude dieses oder nächstes Jahr dem Erdboden gleichgemacht werden.

 

Zu diesem Thema schriebt die Rheinische Post:

Pongs-Villa: Gegen Petition verstoßen? RP vom 21.11.2012
"Polizei-Villa": Abriss vorerst abgesagt RP vom 19.10.2011
Abriss auf Eis gelegt RP vom 17.09.2011

 

Warum gerade Sie? So viele mußten schon sterben!


Warum gerade diese Villa so lieblos behandelt wird, werden wir wohl nie wirklich erfahren. Im Großen und Ganzen geht es ja eigentlich „nur“ um eine Straße, aber halt eine sehr breite und große Straße. Diese Straße soll quer durch einen Teil der Südstadt gehen, um vorbei an der Große Bruchstraße als „Entlastung“ für diese zu dienen. Das soll es geben, Straßen die durch und auch vorbei gehen können.

Die Anwohner der Eichenstraße, Josefstraße und An der Josefskirche, sowie die Schüler der Realschule an der Josefskirche werden natürlich begrüßen, die Große Bruchstraße zu ihren Gunsten zu entlasten. Einige Häuser an der Gladbacher sind auch schon abgerissen und gekauft, somit wohnt also niemand mehr wirklich in diesen Straßen und Realschüler können ja schon große Straßen überqueren, dazu braucht es auch keine „PISA“?

Auch könnte man geneigt sein, sich nach der letzten Studie über den demografischen Wandel in Viersen, folgendes zu fragen: „Wenn es immer weniger Einwohner geben soll und diese auch dann noch immer älter werden, wann sterben die letzte Autofahrer aus und ist bis dahin die Umgehungsstraße überhaupt schon fertig?“

 

Fragen über Fragen

Es stellen sich noch so viele Fragen, wie z.B.: Wird die Große Bruchstraße zur Fußgängerzone? Darf man die nähergelegene Ernst-Moritz-Arndt-Straße dann nicht mehr als „Umgehung“ benutzen, damit man das Projekt „Umgehungsstraße“ nicht vorsätzlich boykottiert? Wie viele  Anwohner sind dann von der neuen „Durchgangsstraße“ betroffen? Gibt es dann vielleicht eine Umgehungsstraße für die Umgehungsstraße? Wir sind alle keine Stadtplaner, aber einfach mal gefragt - Warum reicht es nicht die Große Bruchstraße für Lieferverkehr zeitweise und den allgemeinen Durchgangsverkehr zu sperren und einfach doch mal die Ernst-Moritz-Arndt-Straße zu benutzen? Wie viele Tausende Autos und Schwerlastern würden dann eigentlich umgeleitet werden?
  

Noch gefunden:

Am Sonntag, 11. September 2011 fand in Viersen ein Flashmob statt. Von der Hauptstraße, der Gereonstraße und dem Remigiusbrunnen zogen die Menschen mit Regenschirmen ausgestattet bis zur Villa Rudolf von der Linde,  alias alten Polizei-Villa, alias Pongs-Villa genannt. Das Motto war unter anderem „Denkmal nach!“ und so ging es zum „Friedhof der Denkmäler“. Viele Kreuze, mit Blumen davor, standen stellvertretend für die schon abgerissenen Denkmäler. Es sind Einige, die schon weichen mussten. Das diese dem „Gesicht“ von Viersen fehlen, fällt wohl nur demjenigen auf, der dies auch schon kannte.

Zum Flashmob vom Sonntag, 11. September 2011 alles im Blog bei Tien Anton.


Kommentare sehr willkommen!

Fortsetzung folgt.