Bartholomäus Marks - ein Viersener Künstler wird wiederentdeckt

Das Ehepaar Margret und Heinz Hesse haben schon über 20 Publikationen zur Stadtgeschichte veröffentlicht. Erst vor kurzem haben sie die Ausstellung „Die Römer“ im Stadthaus durchgeführt.

Daten und Fakten

Bartholomäus Marks Geb. 18.09.1909 als ältestes Kind von Peter und Theresia Marks geb. Beeck in Viersen-Helenabrunn. Die katholische Volksschule schloss er mit Auszeichnung ab. Mit 13 Jahren war er bereits Vollschüler der Kunstgewerbeschule in Krefeld, die er ebenfalls 1926 mit Auszeichnung abschloss. Danach schrieb er sich 1926 an den „Vereinigten Staatsschulen für Freie und angewandte Kunst“ in Berlin Charlottenburg ein. Von 1926-1927 galt er dort als Meisterschüler von Prof. Fritz Klimsch. 1929 machte er den Abschluss an der Kunst-Akademie der Humboldt-Universität Berlin. Von 1929-1932 hatte Bartholomäus Marks eigene Ateliers in Paris. Am 22.03.1934 heiratete er Helene Konstanze Feyen Nach zahlreichen Aufenthalten in Berlin, Aachen, Düsseldorf machte er von 1966-1970 wieder Station in Viersen und unterhielt ein Atelier und veranstaltete einige Ausstellungen. 1975 verstirbt seine Frau Konstanze. Zwischen seinen Ausstellungen hält er sich immer für längere Zeit auf Mallorca auf. Auch in der Zeit von 1979/1980, wo er am 19.04.1980 nach einer schweren Erkältungskrankheit stirbt
„Das Ehepaar Margret und Heinz Hesse haben schon über 20 Publikationen zur Stadtgeschichte veröffentlicht. Erst vor kurzem haben sie die Ausstellung „Die Römer“ im Stadthaus durchgeführt. Das neueste Werk beschäftigt sich mit dem Bildhauer, Maler und Lithographen Bartholomäus Marks. Erste Anhaltspunkte kamen vom Stadtarchiv. Wir sind an Stadtgeschichte interessiert.“, sagt Magret Hesse und lacht. Auch ihr Mann Heinz pflichtet ihr bei. Und wer dem engagierten Ehepaar zuhört, der merkt ihnen den Spaß an der Sache an. Mit viel Spaß und Enthusiasmus erzählen sie von ihrem neuen Projekt.

Auch für den Stadtarchivar Marcus Ewers war die erneute Zusammenarbeit nicht ganz alltäglich: „So etwas kommt nicht häufig vor. Das war eine schöne Ergänzung zu dem was man sonst so macht. Man blickt auch mal über den Rand der Stadt nach Spanien und Frankreich hinaus.“

 

Die Neugier war geweckt! Die Recherche beginnt!

Auf dem Stadtfest „Viersener Note“ erhielt das Ehepaar von einem Besucher eine Bronzeplatte von 1930 aus der Bronzegießerei H. Noack in Berlin mit dem Bild des Kommerzienrates Josef Kaiser aus Viersen. Wichtiger als das Bild auf der Bronzeplatte war die Signatur Barthel Marks. Margot und Heinz wollten mehr wissen. Eine erste Recherche im Internet blieb relativ erfolglos. Die Biografischen Daten aus dem Stadtarchiv und eine Nachfrage bei der Kulturabteilung der Stadt Viersen lieferten erste Hinweise. „Herr Dr. Greuvers erklärte uns, dass es sich um einen verstorbenen Viersener Mitbürger handelte, über den man bis jetzt sehr wenig wisse.“, erzählt Margret Hesse. Im Internet traf das Paar dann auf eine Seite eines jungen Mannes, dessen Großvater Prof. Bartholomäus Marks sei „Außer dieser Seite war das Internet keine große Hilfe.“, ist Margret Hess überrascht. Die beiden Stadthistoriker nahmen Kontakt zu dem Mann auf und bekamen von ihm die Telefonnummer seiner Mutter, eine von insgesamt sieben Kindern der Familie Bartholomäus Marks. Von ihr erhielten die Viersener ein Packet mit umfangreichen Material und eine weitere heiße Spur. Die Frau erzählt, dass ihre Schwester ebenfalls noch über Material über ihren verstorbenen Vater verfügt. Von ihr erhalten Margret und Heinz Hess ein weiteres Packet mit vielen Informationen über das Leben und Werk des Künstlers.

 

Wer war Bartholomäus Marks?

Am Ende der umfagreichen und arbeitsintensiven Recherchearbeit, wie das Ehepaar betont, stand nicht nur ein Umfangreicher Ordner mit Dokumenten und Kopien von den Werken des Künstlers, sonder auch eine Publikation von insgesamt 21 Seiten und einem ausführlichen Werksverzeichnis, das über das Leben und das Wirken von Bartholomäus Marks informiert. „Diese Arbeit wirft einen Blick auf einen Künstler aus Viersen, der sonst verborgen geblieben wäre.“, erläutert Stadtarchivar Marcus Ewers. Das Buch ist zum Preis von € 5 im Stadtarchiv erhältlich. „Den Ordner mit den gesammelten Quellen stellen wir dem Stadtarchiv zur Verfügung.“, so das Paar. Jetzt kann sich jeder über den Viersener Künstler informieren und die Frage „Wer war Bartholomäus Marks?“ beantworten.

 

Das Werk

Sein Werk umfasst insgesamt 25.000 Arbeiten bestehend aus Bildhauerei, Malerei und Zeichnungen.

 

Die Publikation ist im örtlichen Buchhandel für fünf Euro erhältlich.

Website: www.geschichte-für-alle.de