Dienstag, 12 Februar 2013 12:27

Besucher aus Israel würdigen Willicher Engagement

Artikel bewerten
(3 Stimmen)

MAG-4 hat immer wieder über die Willicher Aktionen gegen das Vergessen berichtet.

Ausgelöst durch die intensiven Recherchen und Bemühungen von Bernd-Dieter Röhrscheid und Udo Holzenthal wurden in den letzten zwei Jahren verschiedene Anlässen zum Gedenken an deportierte und ermordete jüdische Mitbürger durchgeführt: Die Verlegung von Stolpersteinen, die Aufstellung einer Gedenktafel und die Umbenennung von Straßen beeindruckte nicht nur die Willicher Bürger sondern insbesondere die zahlreich angereisten Nachfahren. Nicht allen war es jedoch möglich, bei den offiziellen Veranstaltungen dabei zu sein. Myriam Shomrath und ihr Bruder Gideon Sella, Enkel der in Schiefbahn geborenen Selma Kaufmann, holten diesen Besuch jetzt nach:

 

„Ein unvergesslicher Tag“

 STADT WILLICH. Start war eine E-Mail, mit der sie den Kontakt zu Bürgermeister Josef Heyes  suchte – jetzt führte diese Mail zu einem Besuch von Miryam Shomrat sowie ihrem Bruder Gideon Sella und seiner Frau Ruth aus Israel in Willich. Shomrat und Sella sind Enkelkinder von Selma Kaufmann, die 1871 in Schiefbahn geboren wurde, später in Altenessen lebte und 1942 zusammen mit ihren Schwestern Henriette und Emma nach Theresienstadt deportiert wurde. Selma Kaufmann wurde im September 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

 

Miryam Shomrat, die bis zu ihrer Pensionierung im diplomatischen Dienst tätig und unter anderem Botschafterin in Norwegen war, nahm eine Fotoausstellung ihres Bruders Gideon in Düsseldorf  zum Anlass, zusammen mit ihrem Bruder den Geburtsort ihrer Großmutter zu besuchen. Bürgermeister Josef Heyes und Bernd-Dieter Röhrscheid, der sich intensiv mit der Geschichte der Willicher Juden beschäftigt, ließen es sich nicht nehmen, den Gästen die Stätten jüdischen Lebens in Schiefbahn zu zeigen. Sie besuchten die Friedhöfe am Bertzweg und in Knickelsdorf, den Standort der Synagoge am Tömp, die bisher verlegten Stolpersteine und natürlich die erst Ende letzten Jahres benannte „Kaufmannstraße“. Zum Abschluss ihrer Visite trugen sich die Gäste im Goldenen Buch der Stadt ein.

 

Einladung nach Israel

Der Kreis schließt sich – wieder mit einer E-Mail, die Miriam Shomrat mit „Tausend Dank“ überschrieben und mit einer Einladung nach Jerusalem an Josef Heyes geschickt hat: „Der gestrige Tag in Schiefbahn“, schreibt Frau Shomrat, „war dank Ihrer Umsicht, Gastfreundschaft und nicht zuletzt Ihrer sensiblen Einstellung zur jüdischen Geschichte ein unvergesslicher Tag – ich bin zutiefst dankbar.“

 

Der Besuch aus Israel am Straßenschild Kaufmannstraße.

Josef Heyes, Bernd-Dieter Röhrscheid, Miryam Shomrat, Gideon und Ruth Sella (von links) 

 

Weitere Artikel zu diesem Thema:

Ein Tag des Gedenkens und Miteinanders (Dezember 2012)

Stolpersteine (Februar 2012)

Zug der Erinnerung (Februar 2011)

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 12 Februar 2013 12:37