Internationaler Frauentag 2014 – Frauenfalle Altersarmut oder die betrogenen Frauengenrationen

Internationaler Frauentag 2014 – Frauenfalle Altersarmut oder die betrogenen Frauengenrationen (0)

Die Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag in Viersen stehen in diesem Jahr unter einem sehr vielfältigen und wie ich finde auch sehr sensiblen Thema: „Frauenfalle – Altersarmut“

Daher werde ich hiermit eine kleine Serie zu der Thematik eröffnen. Zum einen möchte ich mich den einzelnen Veranstaltungen widmen und zum anderen werde ich mich zum Schluss noch einmal dem Thema separat zuwenden und aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchten und Entwicklungen positiv wie negativ aufzeigen.

 

Klar Altersarmut ist ein Thema, dass wenn es in der Politik um das Thema Rente geht, in aller Munde ist. Doch warum sind gerade Frauen betroffen? Und warum ist es gerade für Frauen wichtig, diesem Thema in ihrer Lebensplanung einen exponierten Platz einzuräumen?

In verschiedenen Veranstaltungen werden sich Referenten, Künstler aus unterschiedlichen Bereichen auf ihre Art und Weise dem Thema widmen, darauf Aufmerksam machen, sensibilisieren und auch den ein oder anderen Finger auf die Wunde legen. Außerdem soll den Frauen gezeigt werden, was sie tun können, um nicht in die Falle Altersarmut zu geraten.

Am 08.03.2014 beginnt die Veranstaltungsreihe mit einer Ausstellungseröffnung im Rahmen einer Matinee. Insgesamt 8 Künstlerinnen stellen dort ihre Werke zum Thema vor. Jede auf ihre Art und Weise. Die Kunsthistorikerin Jutta Pitzen wird eine Einführung in die Thematik geben. Die musikalische Begleitung der Veranstaltung übernimmt das Ensemble con Spirito.

Der anschließende Vortrag von Frau Martina Pophal-Albig gibt den Tenor wider, der bei den Gesprächen, die ich im Vorfeld dieser Reihe geführt habe, vorherrschte:

 

Frauen müssen sich für später in irgendeiner Form selbst absichern! 

 

Andrea Vogt hat zwei Installationen entwickelt und nähert sich dem Thema von der ironischen, satirischen Seite. „Ich wollte einfach mal den Finger in die Wunde legen, Fragen aufwerfen und Dinge aufzeigen, die noch nicht so gut laufen.“, erklärt die Künstlerin.

Die aktuelle Situation löse ein Gefühl der Wut in ihr aus, erzählt Andrea Vogt weiter: “Diese Wut hat mich auch bei der Gestaltung meiner Installation geleitet.“ ergänzt sie mit Nachdruck.

 

Die eine Installation ist eine riesige Kassenbonrolle, auf welcher sie Tätigkeiten von Frauen deren Entlohnung gegenüberstellt. Was unterm Strich steht? Überlegen Sie mal oder schauen selbst!

Die andere Installation zeigt die fiktive Tageszeitung "Peinliche Post" mit zwei Sonderseiten als Service für Frauen zum Internationalen Frauentag. Die Stellengesuche greifen Probleme von Frauen auf, die nach längerer Abwesenheit wieder zurück auf den Arbeitsmarkt wollen. In den Stellenangeboten geht es um die alltäglichen Leistungen der Frauen in unserer Gesellschaft, wie Haushalt oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Alle sind für das Funktionieren unserer Gesellschaft unentbehrlich. Doch leider haben die Frauen, die diese Tätigkeit ausüben, selbst im Moment und erst recht im Hinblick auf ihre Rente nichts davon.

Ein Artikel und ein Kommentar runden die Sonderseiten ab.

„Mit meinen Installationen möchte ich erreichen, dass die Frauen über sich selbst reflektieren und dass sie sich gestärkt fühlen in ihrem Lebensentwurf und sie sollen auch ein wenig schmunzeln.“, erklärt Andrea Vogt.

Ziel ist es, das Thema in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, Aufmerksamkeit und Sensibilität für die Thematik zu schaffen. „Daher sollen die Installationen auch polarisieren und Kontroversen auslösen.“, ergänzt Andrea Vogt.

 

Gesa Kieselmann-Fricke wählt diesmal die fotografische Komposition, als Ihr Medium. Sie stellt fotografisch jeweils die Lebenssituation von drei Frauen in jeweils zwei Bildern gegenüber. Einmal das Leben jetzt in einem festen und auch gesicherten Rahmen steht und einmal „nur einen Moment in die Zukunft geschaut.“, wie die Künstlerin es beschwört.  Eine mögliche Zukunft, eine bestimmte Zukunft, eine Rahmen-Lose Zukunft. „In jedem Fall trifft es die Frauen dann wesentlich härter“, betont Gesa Kieselmannn-Fricke, „auch wenn jetzt evtl. alles noch gut aussieht, an jeder Kreuzung kann sich mehr als ein Weg auf tun und das haben wir im Laufe der Vorbesprechungen zum Projekt auch  so entdeckt.“

 

Die Vernissage beginnt um 11.00 Uhr, Viersen, Rathausmarkt 1b

Der Eintritt ist frei.