Sonntag, 25 November 2012 01:00

Von der Olive zu unserem Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ – Teil 2

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Wir haben eine erfolgreiche Olivenernte 2012 abschließen können und sind derzeit sehr sehr glücklich und stolz! Wie unsere handgepflückten Oliven zu unserem Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ werden, verraten wir Ihnen nun in unserem zweiten Teil…

 

Wie im ersten Teil bereits erwähnt, fahren wir nach jedem Pflücktag unsere luftdurchlässigen Olivenboxen zur „Frantoio“ (Olivenpresse) von Familie Ginzia & Antonio Santafede nach Caltagirone. Hier werden unsere überwiegend grüne Oliven nun verarbeitet. Antonio besitzt eine sehr moderne Olivenpresse von „ALFA LAVAL“. Alles ist auf dem neusten Stand und wird elektronisch überwacht.

 

 

Auch wenn manch einer es nicht gerne hören mag, von dem Gedanken, sein Olivenöl per antike, idyllische Mühlsteine und Pressmatten herstellen zu wollen, sollte man sich nun allmählich oder besser gesagt schnellstens verabschieden!

 

Mittels Gabelstapler werden unsere Olivenboxen vom Anhänger geladen und zum Wiegen nach Innen gefahren.

 

 

Anschließend gelangen sie in einen trichterförmigen Behälter und werden per Förderband in eine Loch-Trommel weitertransportiert. Hier werden die Blätter und Ästchen entfernt.

 

 

Von hier aus geht’s weiter über ein Laufband Richtung Zyklon. Mit Hilfe eines Ventilators pustet dieser noch die restlichen kleinen Olivenblätter weg, bevor es weiter zur Reinigung in die Waschanlage geht. In der Waschstraße werden sie gesäubert und mit frischem Wasser nachgespült.

 

 

Sollte dann doch hin und wieder ein Blättchen auftauchen, wird es von uns schnellstens entfernt.

 

 

Von der Waschstraße aus fallen die sauberen Oliven in eine kleine trichterförmige Mündung.

 

Blitzschnell werden sie von dort aus ins Mahlwerk transportiert und per Hammerschlag zerkleinert.

 

Der im Mahlwerk entstandene Olivenbrei kommt nun in ein Knet- & Mischwerk (Knetkammer).

 

 

Dieser Vorgang sollte nicht länger als 50 Minuten dauern.

 

 

 

Unter Ausschluss von Sauerstoff wird der Olivenbrei nun so kurz wie möglich (und nötig) bei einer Temperatur von 24°C bis max. 27°C verarbeitet. Leider pressen nach wie vor die Mehrheit der Sizilianer ihr „Olivenöl“ bei wesentlich höheren Temperaturen - wie hier deutlich auf dem Monitor zu erkennen ist.

 

 

Nur selten können wir eingefleischte Sizilianer mit einem kaltgepressten Olivenöl überzeugen – das sind für uns dann wirklich tolle Glücksgefühle!

 

Während die Oliven fleißig geknetet werden, beginnt für uns erstmal die Wartezeit, bis dass wir endlich unsere „grüne Freude“ eines sehr arbeitsintensiven Tages in den Händen halten können.

 

Anschließend wird der Olivenbrei in den Dreiphasen-Dekanter gepumpt. Die Flüssigkeiten von höherer Dichte werden von denen geringerer Dichte getrennt, d.h. alle festen von den flüssigen Stoffen.

 

 

Weiter geht’s Richtung Zentrifuge. Hier wird das Olivenöl mit hohen Umdrehungen von Wasser getrennt. Es wird vor- und nachzentrifugiert.

 

 

Und dann ist es endlich soweit: unser Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ (grüne Freude) erscheint in seiner schönsten Farbe – und wie herrlich grasig-frisch es duftet!
Purer sizilianischer Genuß!

 

 

Wir sind sehr stolz auf das Geleistete und überglücklich nach einem überaus anstrengenden Tag unsere „grüne Freude“ nach Hause fahren zu können! Diesen Arbeitsrythmus (und nur gut 5 Std. Schlaf pro Tag) müssen wir nun gute 5-6 Wochen durchhalten, aber für uns gibt es fast nichts Schöneres!

 

Vor unserem Nachhauseweg wird unser Olivenöl Extra Vergine noch gewogen, damit wir die genaue Literanzahl unseres produzierten Olivenöls ausrechnen können. Bei einer Raumtemperatur von 15°C entspricht 1 Kg Olivenöl Extra Vergine = 1,0917 Liter Olivenöl Extra Vergine. Anschließend werden uns noch die dazugehörenden Transportpapiere samt Rechnung übergeben und dann dürfen wir auch letztendlich nach Hause fahren.

 

„Gioia Verde“ ist Faszination pur für Ihren Gaumen!

 

 

Dieses Erntejahr ist unser Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ noch kostbarer als im vergangenen Jahr, da es wesentlich weniger Oliven gab und leider muss man gestehen, sind auch hier in Sizilien die Unkosten um einiges gestiegen! Nichts desto trotz ist uns all das unsere „Gioia Verde“ wert!

 

Farblich erkennen Sie unser Olio Extra Vergine an seinem mediterranen Goldgelb mit feinem Grünschimmer. Es ist fein-crèmig, es duftet herrlich grasig-frisch und bildet im Abgang eine schöne pfeffrige Note.

 

 

 

 

Achten Sie beim Verkosten unbedingt auf diese Note und das typische „Kratzen“ oder „Räuspern“ im Hals, denn dies sind zwei Gütezeichen für ein sehr gutes, kaltgepresstes und frisches Olivenöl!

 

Rundum können wir sagen, dass „Gioia Verde“ ein harmonisches Zusammenspiel von Geruch, Geschmack, Fruchtigkeit und Ausgewogenheit ist.

 

Nachdem unser Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ (grüne Freude) einige Zeit im Stahlfaß geruht hat, werden wir es in Kürze mit Hilfe einer speziellen Abfüllanlage ungefiltert in unsere 500 ml-Flaschen abfüllen, verschließen, mit unserem neuen Olivenöletikett (hergestellt von einer Mönchengladbacher Druckerei) versehen, verpacken (ebenfalls alles Handarbeit) und für den Transport nach Mönchengladbach vorbereiten.

 

 

Olivenöl Extra Vergine aus Mönchengladbach, gibt es das wirklich?

Nur indirekt. Es wird - wie Sie sehen konnten - von zwei Mönchengladbacher mit sehr viel Herzblut für SIE in Sizilien hergestellt…

 

Weitere Infos zu unserem Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ finden Sie auf unserer Internetseite: www.culinaria-sicilia.com unter dem Menüpunkt „Infos/Olivenöl“.

Letzte Änderung am Sonntag, 02 Dezember 2012 13:27