Freitag, 12 Oktober 2012 02:00

Von der Olive zu unserem Olivenöl „Gioia Verde“ – Teil 1

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Generell ist es sehr schwierig, sich in der „Dschungelwelt“ des Olivenöls zurecht zu finden. Aber zum Glück gibt es sie noch – die ehrlichen, kleinen Olivenölhersteller!

Wir, zum Beispiel – bei „CHIMERA – Delikatessen, Weine & Öle“, möchten Ihnen nun gerne zeigen, wie wir mit sehr großem Arbeitseinsatz, sehr viel Herzblut und Leidenschaft unser Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ (grüne Freude) ganz traditionell auf Sizilienherstellen dürfen.

 

Unser Olivenhain befindet sich in Caltagirone (zirka 75 Km vom Flughafen Catania entfernt).

In Kooperation mit einheimischen, kleinen Olivenbauern teilen wir uns weitere in Caltagirone, Santo Pietro und Misterbianco. Insgesamt kommen wir somit auf gute 4 ha, d.h. +/- 2.500 Olivenbäume.

 

 

Ein wenig nervös sind wir eigentlich jedes Jahr! Hoffentlich funktioniert unser Arbeitsmaterial, wird der Regen uns einigermaßen erspart bleiben und nicht wie im vergangenen Jahr uns gute 6 Wochen begleiten, wie sehen die Oliven aus, sind sie aufgrund diesjährigen, langen Trockenzeit nicht all’ zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, hatten Insekten oder die berühmte Olivenfliege ihre Finger mit ins Spiel? Fragen und Gedanken, die in unseren Köpfen herumkreisen…

„Einfach“ mit der Olivenernte beginnen, können wir nicht so ohne Weiteres, denn die Oliven bestimmen das tempo und nicht wir!

 

 

Um den Reifegrad oder besser gesagt den exakten Erntemoment der Oliven festlegen zu können, müssen wir bei unseren täglichen Kontrollgängen in den Olivenhainen die Oliven ständig im Auge behalten.

 

 

Sicherlich spielen hier mehrere Faktoren eine rolle, aber simpel ausgedrückt heißt das: wenn die Olivenfarbe von Grün ins Violette wechselt, haben wir den richtigen Erntezeitpunkt erreicht.

 

 

Einige Tage vor der Olivenernte beginnen wir mit den Vorbereitungen. Unsere „Suzu“ und unser kleiner Anhänger muss geladen werden. Die großen Olivenboxen, die meterlangen und sehr schweren Olivennetze, der Kompressor, die Pflückstäbe und –kämme, die Schläuche, das Benzin, das Motoröl, die Säge, die Axt, Messer, kleineres Werkzeug, Dichtungs- und Gummiringe für die Pflückarme, Oliveneimer & luftdurchlässige kleinere Olivenkisten und das Olivengitter werden gepackt.

 


 

 

Am 11.Oktober kann unsere Olivenernte 2012 dann endlich beginnen!

 

Am Olivenhain angekommen, müssen alle Arbeitsutensilien aus unserer Jeep „Suzu“ ausgeladen werden.

 

Bevor wir die Olivennetze auslegen können, müssen die Olivenbäume jedoch unten herum sauber gemacht werden. Darunter verstehen wir folgendes: störende, kleinere Äste, Dornen, Auswucherungen oder Sonstiges sollten nicht vorhanden sein, da diese sonst unsere Olivennetze zerreißen könnten. Sind sie dennoch vorhanden (manchmal auch sehr heftig), müssen sie entfernt werden – bei hartnäckigen Übeltätern sogar per Axt.

 

Olivenbäume mit Verwucherungen

Saubermachen von Olivenbäumen 




Entsorgte Verwucherungen


Entsorgte Verwucherungen

„sauberer“ Olivenbaum, ohne Verwucherungen

 

Sind die Olivenbäume „schön sauber“, müssen anschließend die nicht gerade leichten Olivennetze zügig ausgebreitet und sorgfältig unter die Olivenbäume ausgelegt werden.

 

Das Netzauslegen ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen fürs Olivenpflücken und

sorgfältig ausgelegte Olivennetze gewährleisten ein rasches und reibungsloses Arbeiten!

 

 

Gepflückt werden unsere Oliven per Hand, mit Hilfe eines Handkamms oder mittels Pflückgerät, d.h. mittels luftdruckbetriebenem Pflückstab- und arme. Die vorderen beweglichen Greifstäbe zerstören weder den Baum oder die Zweige, noch die Oliven!

 

 

Sehr anstrengend und schwierig ist das Olivenpflücken – sieht auf den Fotos vielleicht leicht aus, ist es aber auf gar keinen Fall! Olivenhaine stehen nicht immer schön eben, es gibt genügend Steilhänge, die auch beklettert werden müssen.

 

 

Bei zu dicht gewachsenen Olivenbäumen muss sogar bis hoch in die Baumspitzen geklettert werden, um die Oliven abernten zu können.

 

 

Es gibt Haine, wo die Olivenbäume sehr viele Oliven tragen. Es gibt jedoch mehr Haine, wo die Olivenbäume keine Früchte tragen und das wird sehr wahrscheinlich dieses Erntejahr zu einem echten Problem für uns werden! Eine unserer Befürchtungen ist nun eingetroffen – Frühjahr und Sommer waren einfach zu heiß! Sicherlich werden wir erneut ein ausgezeichnetes Olivenöl Extra Vergine „Gioia Verde“ herstellen können, jedoch von der Literanzahl wesentlich weniger als im vergangenen Jahr.

 

 

Mittels selbstgebautem „Olivengitter“ werden unsere gepflückten Oliven vorsortiert – ein großer Teil an Ästchen und Blätter kann somit beseitigt werden.

 

 

Per Hand werden nochmals zerdrückte und matschige Oliven aussortiert und zur Seite gelegt und restliche Stängelchen und Blätter ebenfalls.

 

 

Alle übriggebliebenen Oliven werden in luftdurchlässige, kleine Olivenkisten gefüllt.

 

 

Anschließend dann in unsere luftdurchlässige, große Olivenbox, die sich auf unserem Anhänger befindet, umgefüllt.

 

 

Die Sonne geht bereits unter und nun heißt es noch zügiger Arbeiten!

 

 

Die letzten Oliven und das Arbeitsmaterial müssen eingesammelt werden – zur Not auch mit „Kopflampe“! Nicht erschrecken – es ist kein Mann vom Mond – nein, es ist Sascha Chimera!

 

 

Egal wie spät und dunkel es auch sein mag – unsere handgepflückten Oliven müssen nach jedem Pflücktag auf direktem Wege zur Olivenpresse gefahren werden. Denn je kürzer die Zeit zwischen dem Pflück- und dem Pressvorgang der Olive ist, desto besser fällt letztendlich auch die Qualität des Olivenöls Extra Vergine aus!

 

Wir bringen jeden Abend unsere Oliven – egal wie klein oder groß unsere „Olivenausbeute“ auch sein mag – nach Caltagirone zur Olivenpresse der Familie Antonio Santafede.

 

Wie es dann weiter geht, verraten wir Ihnen in unserem 2.Teil unserer Olivenernte.

 

Bis dahin pflücken wir fleißig weiter Oliven – also dann - ciao ciao!

 

Auf unserer Internetseite www.culinaria-sicilia.com finden Sie unter dem Menüpunkt „Infos“ / „Olivenöl“ noch mehr Informationen und Fotos, bzl. unserer Olivenölherstellung – reinschauen lohnt sich auf jeden Fall…

 

Letzte Änderung am Sonntag, 02 Dezember 2012 13:38