Dienstag, 09 Oktober 2012 02:00

English Workshop

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Meine erste wirkliche Aufgabe! Es geht endlich so richtig los.

Ganz spontan und unverhofft kam Pho Pilom (Papa Pilom), unser Ansprechpartner und sogenannter Mentor, am Dienstag vor zwei Wochen auf Sophia – meine Mitfreiwillige – und mich mit einem grandiosen Vorschlag zu: Wir sollten einen Englisch – Workshop für ca. dreißig Lehrer einer fremden Schule unseres Umkreises organisieren. Ziel war, die Lehrer, welche teils das Englische relativ gut beherrschen, teils aber auch kaum, spielerisch und mit viel Spaß dazu zu bringen, die englische Sprache zu gebrauchen.

Unser Interesse war aufgrund der breits beschriebenen Situation von Arbeitsmangel (welche sich aber nach den Ferien zusehens ändern wird) sehr groß, und wir machten uns sogleich am Folgetag an die Arbeit. Der Wunsch war eine möglichst entspannte Lern- und Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der sich alle Beteiligten wohlfühlen sollten; eine Sicht, die genau meiner entspricht, denn ich denke, dass besonders Sprachen zu Beginn am besten sehr praktisch, ohne viel theoretischen Hintergrund erlernt werden können (gerade wenn es sich nur um einen Workshop handelt).

Sophia und ich legten also unser Input zusammen und sammelt viele Spiele, Aktivitäten und Energizer (kurze, energiespendende Spiele), mit denen wir die Aufmerksamkeit unserer Teilnehmer erhaschen wollten.

Freitag Morgen war es dann soweit, und nach einer kurzen Reise von dreißig Kilometern über holprige Straßen kamen wir an der Schule an. Der Workshop begann auch sehr entspannt um 9:20 Uhr, zwanzig Minuten später als geplant, die perfekte Stimmung also... Wir beide stellten uns dann vor und machten klar, dass es nur eine, dafür aber umso wichtigere, Regel auf dieser Veranstaltung gebe: "Es wird ausschließlich Englisch gesprochen, Thai ist unter Strafe verboten!".

Die Eröffnung machte ein Vorstellungsspiel, es musste ein großer Kreis mit den Namen in alphabetischer Reihenfolge gebildet werden, wonach jeder in der richtigen Abfolge seinen Namen und sein Alter nannte.Der Spaß kann nach einer kurzen Erklärung beginnen!

Danach mussten sich die Teilnehmer gegenseitig interviewen und ihren Partner vor versammelter Mannschaft vorstellen. Hier mussten wir die Teilnehmer einige Male ermahnen, unbedingt Englisch zu sprechen, was sich auch im Verlaufe des Seminars nicht änderte, jedoch gaben sie sich Mühe und das ist die Hauptsache.

Im weiteren Verlauf des Vormittags (welcher den Zeitraum des Workshops darstelle), zauberten wir einige Spiele aus der Trickkiste, und neben Hangman mit englischen Begriffen sowie Sportpantomime erzielte das abschließende Promiraten anscheinend den meisten Spaß und Erfolg.Hangman: Jeder kennt es, jeder mag es, das perfekte Spiel für diesen Tag!

Unsere musikalischen Einlagen – sprich das Vertonen von "If you´re happy and you know it ..." – kamen allerdings weniger gut an, da es für die Lehrer eher schwierig war, englische Lieder zu singen und das dann vielleicht doch zu kindlich anmutete – wobei ich bisher gemerkt habe, dass Karaoke hier der Renner ist und deswegen auf den Erfolg gesetzt hatte.

Insgesamt war der Workshop jedoch ein großer Erfolg, die Lehrer sprachen Englisch, hatten dabei viel Spaß und wir hatten einen Regen Kontakt, der durch Unmengen an Fotos dokumentiert wurde. Die Organisatorin des Seminars war so angetan von uns, dass sie für ihre eigene Schule nun auch nach Freiwilligen suchen möchte und fragte uns, ob wir ihr dabei nicht helfen könnten. Wir werden also schauen, was wir tun können und hoffen auf Erfolgsaussichten, auch wenn unsere Organisation das weltwärts-Projekt ab nächstem Jahr leider nicht mehr weiterführen wird.

 

Ein Abschlussfoto mit allen Teilnehmern und Pho Pilom (ganz links): Darauf stehen die Thais anscheinend

Abgerundet wurde das Ganze dann durch ein gemeinsames Mittagessen, bei dem es wieder allerlei verschiedene Speisen gab, unter anderem auch Khâoniau (Klebreis) und Phad Sí Ìo (gebratene, glitschige Nudeln mit thailändischem Gemüse, Kräutern, Fleisch und Rührei), zwei meiner Lieblingsgerichte hier. Danach ging es dann für eine Stunde nach Chakkarat, um dann unseren Wochenendausflug zum 130 Kilometer entfernten Nationalpark "Wai Nam Khiau" zu beginnen.

Um euch noch einen kleinen Zeitüberblick zu geben: Nun schreiben wir den 9. Oktober und gestern in zwei Wochen wird die Schule wieder beginnen. Nach einen Gespräch mit Pho Pilom weiß ich nun, dass ich vornehmlich zu Assistenz im Englischunterricht eingesetzt werde und folglich viele kleinere, spielerische Einheiten vorbereiten soll. Diese Vorbereitung wird auch einige Tage der Ferien in Anspruch nehmen, da ich versuche, das Ganze auch mit einem theoretischen Hintergrund zu füllen, um auch zielgerichtet arbeiten zu können. Allerdings werde ich vermutlich alle Fachbereiche kennen lernen und möchte neben Englisch auch sehr gerne Sport unterrichten und am Kochunterricht mitwirken - interkultureller Austausch mal anders!

Ich werde mich wieder zurückmelden, sobald in den Ferien etwas unvorhergesehenes geschieht, die Schule wieder angefangen hat oder mich einfach mal die Schreibwut packt, was durchaus passieren kann.

Bis dahin alles Liebe, Tim.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 30 Oktober 2012 12:53