Donnerstag, 10 Mai 2012 02:00

Komm auf Tour

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Jugendliche entdecken ihre Stärken. Ein Startparcour in der Festhalle unter dem Motto - meine Stärken, meine Zukunft.

 

Komm auf Tour - Die eigenen Stärken entdeckenSchirmherr Günther Thönnessen begrüßt die Schüler

„Kennt ihr Eure Stärken?“, fragt die Parcoursmoderatorin die Gruppe Schüler der Hauptschule Süchteln und der Overbergschule und blickt aufmerksam in die Gesichter. Ein eindeutiges „Ja“ ist die Antwort. Doch welches sind meine speziellen Stärken und wie kann ich diese nutzen, um mein Leben zu planen oder den richtigen Beruf zu finden? Auch Bürgermeister und Schirmherr Günther Thönnessen weiß: „Jeder Mensch ist anders und jeder kann etwas besonderes.“ Und betont: „ Die beste Basis für eine Ausbildung seine eigenen Stärken zu kennen.“

 

„Du kannst mehr als du weißt“Wohin soll es gehen? Die Stärkeschränke

Genau dort setzt das Projekt „komm auf Tour“ – meine Stärken, meine Zukunft an. Es unterstützt die Jungendlichen die eigenen Stärken zu entdecken und diese mit den ersten Vorstellungen vom Leben und dem künftigen Beruf zu verbinden. Insgesamt 750 Schüler aus Viersen, Nettetal, Willich und Kempen werden bis zum 11.Mai im 500 qm großen Parcours auf ihre ganz persönliche Reise gehen.

 

 

Schritte in die Zukunft wagen

Startpunkt des Parcours ist der Terminal I. Hier werden die Jugendlichen durch eine Moderatorin begrüßt und auf die Reise eingestimmt. Anschließend gehen sie in parallel in vier Gruppen zu 15 Personen zu den einzelnen Stationen. Die Schüler werden an den Stationen durch eine pädagogische Fachkraft betreut. Die Jugendlichen entscheiden an den Stationen welche und wie sie die Aufgaben lösen wollen. Die „Begleiter“ vergeben nach Aufgabe und der Anforderung verschiedene Stärken als Aufkleber. Insgesamt sind es sieben Stärken: Der Umgang mit Zahlen, Soziales, Organisation und Ordnung, Kreativität, Handwerk, Umgang mit Pflanzen und Tieren und Kommunikation.

 

Sturmfreie Bude

Der Traum aller Teenies: die Eltern sind weg. Doch was ist zu tun, wenn nach dem Chaos wieder Ordnung herrschen soll? Es gibt viel zu tun. Das Bett muss gerichtet werden, der Abfluss ist defekt und der Tisch fürs gemeinsame Abendessen muss auch noch gedeckt werden. Und wie erkläre ich das Kondom? In diesem Bereich sollen die Schüler herausfinden, wie selbständig sie schon sind. Aber auch die Themen wie Verhütung und Freundschaft werden gemeinsam und mit Hilfe der TV-Loveline-Beratung diskutiert.

 

Das Labyrinth

Hier geht es um Orientierung, Vertrauen und Teamgeist. Die Schüler treffen Entscheidungen „Wo geht es für mich lang?“, Wie finde ich meinen Weg?“. Dabei sind verschiedene Aufgaben zu lösen: Tipps für Krisen erarbeiten oder Möbel geschickt hindurch balancieren. Die Schüler haben dabei verschiedene Handycaps: zum Beispiel simuliert eine Brille schlechtes Sehvermögen oder Krücken eine Behinderung bei der Bewegung.

 

Die Bühne

„Das ist die Lieblingsstation der Schüler“ erläutert Marion Strehlow. Die Schüler haben keine Hemmungen in andere Rollen zu schlüpfen. Bei dieser Station geht es um Themen aus dem Alltag der Jugendlichen. Eine Job-Bewerbung, eine Eifersuchtsszene stehen zur Wahl. Auch Jobs Backstage sind zu vergeben.

 

Der ZeittunnelDie Zeitreise kann beginnen

Die Schüler werden mit verschiedenen Lebenssituationen und Modellen konfrontiert. Sie sollen spontan entscheiden, welche Situation im Leben vorher und welche nachher kommen, was möglich ist und was nicht. Wie könnte es später einmal persönlich aussehen? Welches Lebensmodell kommt für mich in Frage. Den Schülern soll vermittelt werden, dass es viele unterschiedliche Modelle gibt und das man anderen Modellen gegenüber Toleranz üben soll.

 

Terminal II

Das ist der Schlusspunkt des Parcours. Unter einem Lebensmobile kommen die Schüler wieder zusammen und schauen entsprechend nach den Stärkemarken, die am häufigsten gesammelt wurden in den jeweiligen Stärkeschrank. Die Stärkeschränke sind mit passenden Materialkollagen aus dem Alltags-und Arbeitsleben gefüllt. An diesem Punkt prüfen die Jugendlichen auch, ob ihre Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung übereinstimmt. Zudem werden Sie animiert, auch zu anderen Schränken zu wechseln und zu überlegen, mit welchen Stärken Sie sich identifizieren.

 

Hilfe bei der Lebensplanung

„Kinder brauchen Unterstützung. Studien der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung belegen, dass eingeschränkte Berufsperspektiven vor allem bildungsbenachteiligte Jugendliche die Lebensplanung negativ beeinflussen. Sie riskieren tendenziell eher ungeplante Schwangerschaften und haben Schwierigkeiten gleichberechtigte Beziehungen aufzubauen.“, erklärt Marion Strehlow von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die BZgA leistet in diesem Projekt Präventivarbeit. Die Entwicklung realisierbarer Zukunftsperspektiven sowie Verhütungsinformation sind dabei wichtige Bausteine.

 

„Warum gibt es keine grünen Briefe?“

Ingo Zielonkowsky von der Agentur für Arbeit Krefeld betont ebenfalls die Wichtigkeit seine Stärken frühzeitig zu entdecken und zu nutzen und fragt: „Wieso gibt es nur blaue Briefe, für negatives und keine grünen für die Stärken?“ Doch seine Stärken zu kennen ist nur das eine, den richtigen Beruf zu finden ist das andere. Auch hier soll das Projekt den Schülern helfen, indem es die Vielfalt der Berufszweige aufzeigt und dazu anregt auch mal in unbekanntes Terrain zu schnuppern: „Viele Berufe werden heute gar nicht mehr wahrgenommen. Es gibt 350 Ausbildungsberufe, die es zu entdecken gilt. Immer noch bewerben sich viele Mädchen auf „frauentypische“ Berufe und Männer in „männertypischen Berufen.“, erzählt Ingo Zielonkowsky. Und ruft am Ende auf: “Probiert es aus!“

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 07 November 2013 11:19