Mittwoch, 17 Juni 2015 11:32

Susanne Zischewski

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Susanne Zischewski © Gesa Kieselmann-Fricke

Susanne Zischewski ist die Kandidatin der Linken. Sie ist in Cottbus geboren und lebt im turbulenten und bunten Rintgen.

Für ihre Amtszeit als Bürgermeisterin möchte sie im kulturellen -und im Bildungsbereich Akzente setzten. Weitere Schwerpunkte werden in der Kinder -und Jugendarbeit, Schulpolitik und Stadtentwicklung liegen.

Welche Pläne Susanne Zischewski sonst noch für Viersen hat? Lesen sie selbst....

 

MAG-4: „ Sie gehen als Kandidatin der Linken ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters/Bürgermeisterin. Welche Akzente möchten Sie in Ihrer Amtszeit setzten?“

 

Susanne Zieschewski: „ Ich denke, jeder hat seine Schwerpunkte, in denen man sich wiederfindet und auch Erfahrungen gemacht hat und seine speziellen Kenntnisse vorweisen kann. Das sind bei mir durch meinen Werdegang der kulturelle Bereich und der Bildungsbereich. Diese Themen sind mir wichtig. Ich denke, das ist auch für Viersen wichtig, weil es auch nach außen strahlt. Ich möchte gerne den kulturellen Bereich in Viersen noch mehr etablieren und vielfältiger für Familien und Jugendliche gestalten, weil ich denke, dass wir da noch Defizite haben. Mittlerweile wohnen sehr viele Familien in Viersen und es entstehen viele neue Wohngebiete. Das sind natürlich alles Bürger, die in ihrer Freizeit weggehen und Veranstaltungen besuchen möchten. Auch Jugendliche möchten Veranstaltungen besuchen. Da kann man sich noch breiter aufstellen, zum Beispiel mit Stadtfesten und Festivals in den Parkanlagen. Das hat auch Außenwirkung und trägt zum positiven Image der Stadt bei. Dies liegt mir am Herzen, da habe ich auch Erfahrung. Der Bereich Bildung und Förderung lieg uns, als Die Linken, sehr am Herzen, das hat etwas mit Teilhabe zu tun. Es gibt viele Kinder und Jugendliche, die aus Familien kommen, die nicht das Geld haben, um eine Musikschule oder eine Kunstschule zu besuchen, da muss es einfach Möglichkeiten geben, wie zum Beispiel früher die Jugendeinrichtungen, die das kompensieren. Leider ist es so, dass viele Gelder eingespart wurden und Einrichtungen geschlossen wurden, so dass Kinder und Jugendliche auf der Straße sind und sich beschäftigen müssen und keinen Ort haben, wo sie hinkönnen. Das waren alles kostenfreie Angebote, die – wie ich finde - für alle zugänglich sein müssen. Es muss auch weiterhin Angebote geben, unabhängig von Offener Ganztagsschule, die kostenlos sind. Es hat mit sozialer Gerechtigkeit zu tun, dass jeder die gleichen Chancen hat. Ich möchte mich dafür einsetzten, dass für solche Projekte Gelder bereit gestellt werden.“

 

 

MAG-4: „Sie haben ihrem Schwerpunkt unter anderem in der Kinder – und Jugendarbeit /Schulpolitik und der Stadtentwicklung/Planung. Was schwebt Ihnen da konkret vor?“

 

Susanne Zieschewski: „Kinder- und Jugendarbeit, Schulpolitik und Stadtentwicklung sind natürlich die Bereiche, mit denen ich mich durch meine Tätigkeit als Quartiersmanagerin in Dülken schon beschäftigt habe und auch viele Kontakte habe, da möchte man diese Themen natürlich weiterverfolgen. Ich sehe große Potentiale bei Jugendlichen und Erwachsenen im kreativen Bereich. Ich habe auch mit Jugendlichen gesprochen, die gesagt haben, wir haben so viele tolle Ideen, aber wir stoßen immer an Grenzen in der Verwaltung oder bei anderen, wo dann entweder gesagt wird, machen wir nicht oder es dauert zu lange. Ich glaube, die Potentiale sind da, man muss sie nur ernst nehmen, aufgreifen und die Rahmenbedingungen schaffen. Die Ideen müssen nicht immer von mir oder der Verwaltung kommen, die Bürger wissen selbst ganz genau, was der Stadt gut tut. Ich weiß, dass es Ideen gibt, die dann aber immer wieder an Grenzen gestoßen sind. Dadurch haben dann die Initiatoren die Lust verloren. Wir müssen die kreativen Potentiale in der Stadt nutzen und ernst nehmen. Schauen, was man realisieren kann und dann die Rahmenbedingungen schaffen und dahinter stehen. Da lieg sehr viel Kraft drin. Auch im Sport möchte ich einige Ideen aufgreifen. In Berlin ist es zum Beispiel so, dass die Turnhallen am Nachmittag, wenn sie nicht genutzt werden, für freie Angebote geöffnet sind. Hier kann man als Stadt Rahmenbedingungen schaffen ohne große Investitionen. Dies kann man ja auch noch weiterspinnen. Es gibt so viele Gebäude, die leer stehen. Ich finde es wichtig, auch hier Angebote zu schaffen. Dies hat auch wieder eine positive Außenwirkung, die wiederum Menschen anzieht, denen solche Angebote wichtig sind.“

 

 

 

MAG-4: „ Als Mutter von sechs Kindern braucht man viele Talente, welches würden Sie sagen, wird Ihnen am hilfreichsten im Amt sein?“

 

Susanne Zieschewski: „Ich habe durch Familie, Kinder und meinem Beruf eine große Menschenkenntnis. Ich habe täglich mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun und ich weiß, wie ich sie erreichen kann. Eine große Stärke von mir ist Empathie. Ich habe ein gutes Einfühlungsvermögen und kann gut auf Menschen zugehen und Vertrauen aufbauen. Dies führt mich zum nächsten Punkt: Als Bürgermeister ist man auch Chef der Verwaltung, ist Personalchef. Da finde ich, sind diese Eigenschaften ganz wichtig. Man ist ja nur so gut, wie das Team, das hinter einem steht. Ich kann Menschen motivieren und habe, wie ich finde, eine gute Art mit Menschen umzugehen. Wenn das Team gut arbeitet, können Sachen auch schneller umgesetzt werden, können Ideen entstehen und man kann auch motiviert und strukturiert arbeiten. Das kenne ich auch aus meinen Alltag. Ich bin es gewohnt, viele unterschiedliche Dinge zusammen zu führen und muss entscheiden, was ist wichtig und was nicht. Ansonsten bin ich ein sehr positiver Mensch. Ich sehe die Probleme, die da sind. Aber ich denke, je öfter man über Probleme redet und sie hochkocht, desto negativer wird der Sachverhalt belegt. Das ist wie mit einem Stadtteil, je öfter man hört, wie schlimm es dort ist, desto öfter hat man auch diese Außenwirkung und die Bürger sagen, da wollen wir aber nicht hin. Wichtig ist es auch, positive Signale zu senden, zu zeigen, da kann es hingehen und die Stärken herauszustellen. Das ergibt dann eine positive Außenwirkung und Investoren sind dann motiviert zu investieren. Ich bin jemand, der Sachen nicht schlecht redet, sondern versucht das Positive zu sehen und damit zu arbeiten.

Darüber hinaus, muss man auch Menschen mögen. Es darf keine Distanz geben. Man muss gesprächsbereit sein und wissen, wo die Menschen stehen. Hier liegen meine Stärken, da ich selbst mittendrin bin, durch die Schule, den Kindergarten meiner Kinder, durch Vereine. Ich hole die Menschen dort ab, wo sie sind, weil ich selbst dort bin. Das schafft Vertrauen.“

 

 
© Gesa Kieselmann-Fricke 

 

MAG-4: „Was macht Viersen oder auch ihr Stadtteil, das Rintgen, für Sie aus?“

 

Susanne Zieschewski: „Das Ringten hat sehr viel alte Bausubstanz und damit auch sehr viel Flair. Wir haben einen sehr schönen Platz, den Gereonsplatz, der jetzt ganz neu gestaltet worden ist. An diesem Platz gibt es viel Außen-Gastronomie und Bäume, was eine tolle Atmosphäre schafft, um sich draußen aufzuhalten. Hier entsteht Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Es ist multikulturell, es ist familienfreundlich. Hier herrscht viel Trubel und viel Leben durch Gastronomie und Veranstaltungen. Außerdem siedeln sich auch wieder neue Geschäfte an. Das Rintgen durchläuft im Moment eine sehr positive Entwicklung. In der Nähe gibt es viele Grünanlagen, die die Menschen häufig nutzen, es wird Boule gespielt oder Federball. Das ist eine sehr schöne Atmosphäre, das hat Lebensqualität. Das gefällt mir sehr gut.“

 

 

MAG-4: „ Welche Frage würden Sie am liebsten beantworten?“

 

Susanne Zieschewski: „Hmm! Ich fang einfach mal an! Viersen steht leider finanziell nicht gut da. Es wird schnell gesagt, dafür haben wir kein Geld. Realistisch ist es ja auch in vielen Bereichen so. Aber es darf, nach meiner Auffassung, nicht dazu führen, dass man sich selbst so beschneidet, dass man gehemmt ist. Es ist wichtig auch mal querzudenken.

Lebensqualität hat nicht immer etwas damit zu tun, dass etwas da steht, was viel Geld gekostet hat. Vielmehr sind es die Menschen, die eine Stadt ausmachen und für Lebensqualität sorgen. Wenn Viersen es schafft, mit vielen unterschiedlichen Projekten und Offenheit für Neues - auch für Jugendliche - auch mal unkonventionelle Wege zu gehen, ist es möglich, Lebensqualität zu bieten ohne allzu große Investitionen.

So schafft man eine Atmosphäre, die eine Stadt attraktiv macht. Das zieht dann wieder neue Menschen an, die durch Gewerbesteuer und privaten Konsum die Stadt unterstützen. Ich möchte es schaffen, die Bürger durch Projekte zu motivieren, Eigeninitiative für ihre Stadt zu entwickeln und so auch zu Veränderungen und zu einer positiven Entwicklung der Stadt beizutragen.“

 

 

 

Name: Susanne Noack-Zischewski

Jahrgang: 1975

Geburtsort: Cottbus

Ausbildung: BA Kulturpädagogik

Hobbys: Tango tanzen, Singen und Gitarre spielen

Leitspruch: think positive

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 18 Juni 2015 11:04