Montag, 20 Oktober 2014 12:06

Josefring oder Prof. Dr. Teresa Bock-Ring - Wie soll der neue Ring heißen?

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Der Erschließungsring ist nun fertig gestellt. Viel Arbeit und Mühe sind in das Projekt geflossen. Jetzt braucht das Kind noch einen Namen. Doch hier scheiden sich die Geister. Es sind einige Vorschläge im Gespräch. Am 28.10.2014 will nun der Ausschuss für Stadtplanung und- Entwicklung endgültig über die Namensgebung entscheiden.

 

 

Wollen Sie/Wir das wirklich?

 

Der Erschließungsring war ein großes Projekt für die Stadt Viersen in welches viel Arbeit und Mühe geflossen sind. Und er hat eine Bedeutung für die Stadt. Nun soll er natürlich auch noch einen Namen bekommen. Dieser Name sollte also dementsprechend nicht einfach nur ein Name sein, sondern ein Name, hinter dem etwas steckt der eine Verbindung zur Stadt, in welcher er steht, herstellt.

Passt da der Vorschlag des Ausschusses Josefring? Zwar hat der Name Josef, gerade wenn man an die Bibel denkt eine große Bedeutung und es gibt auch Einwohner in der Stadt mit dem Namen, die bekannt sind, wie zum Beispiel der Unternehmer und Gründer von Kaisers Kaffee Josef Kaiser oder der ehemalige Kölner Regierungspräsident Franz-Josef Antwerpes.

 

Warum also dann nicht Josefring? Aus folgenden Gründen:

 

 

Es gibt in der näheren Umgebung bereits Straßen mit diesem Namen.

 

In Viersen gibt es vier Straßen, die den Namen Josef in irgendeiner Weise benennen.

 

Die meisten Straßennamen sind männlich.

 

Es gibt nur sechs Straßennamen, die weiblich sind und deren Namengeberinnen wirklich mit Viersen in Verbindung gebracht werden und etwas für die Stadt oder die Region geleistet haben.

 

 

Es gibt nur sechs Straßennamen, die weiblich sind und deren Namengeberinnen wirklich mit Viersen in Verbindung gebracht werden und etwas für die Stadt oder die Region geleistet haben.

 

Warum sollte der Ring dann nicht nach einer Frau benannt werden, die ihr Leben in Viersen verbracht und großes geleistet hat. Und warum sollte man mit so einer Namensgebung nicht einmal eine Person ins Rampenlicht rücken, von der man bisher noch nicht so viel wusste, weil sie vielleicht in Vergessenheit geraten ist oder zu ihren Lebzeiten nicht so das Rampenlicht gesucht hat?

 

Sinn einer solchen Ernennung muss ja nicht nur immer eine Ehrung sein, was sie natürlich ohne Zweifel ist, sie kann aber unter Umständen dazu dienen, den sogenannten Aha-Effekt auszulösen. Neugierig zu machen und sich dann mit dem noch Unbekannten zu beschäftigen.

 

 

Daher der Vorschlag des Vereins Euregia Frauenwege zwischen Rhein und Maas e.V. : Frau Prof. Dr. Teresa Bock. Unterstützt wird der Vorschlag außerdem vom Verein Geschichte für Alle e.V. Viersen.

 

 

Eine beeindruckende Frau!

 

 

Und die Vita dieser Frau ist wirklich bemerkenswert.

 

Zeit sich die Dame einmal näher anzuschauen und ein paar Argumente zu liefern, warum man darüber nachdenken sollte, ob das Leben und die Leistung dieser Frau es nicht wert sein sollten, sie mit einer Namenspatenschaft zu würdigen.

 

 

Prof. Dr. Teresa Bock wurde am 21.10.1927 in Viersen geboren und starb mit 85 Jahren am 15.10.2014 in Viersen.

Nach dem Abitur und der Ausbildung zur Wohlfahrtspflegerin nahm sie ihre wissenschaftliche Karriere auf und studierte Wirtschafts –und Sozialwissenschaften in Köln und Frankfurt am Main.

 

 

Im Anschluss war sie Referentin für Politische Bildung im Hedwig-Dransfeld-Haus in Bendorf. Von 1958 bis 1960 promovierte sie zum Thema „Probleme der Berufserziehung gefährdeter weiblicher Jugend“. Eine Untersuchung über die Rolle der Arbeit in der Heimerziehung (Prof. Scherpner/  Prof. Achinger)“.

 

1970 wird sie Gründungs-und Wahlrektorin an der Höheren Fachhochschule für Sozialarbeit in Aachen. Ab 1977 ist sie Professorin an der Abteilung Aachen der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen mit dem Fachgebiet Theorie und Methoden der Sozialarbeit.

 

 

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

 

 

Ab 1981 beginnt für Prof. Dr. Teresa Bock ein Lebensabschnitt, der sie zu ihrer, man kann schon fast sagen, Lebensaufgabe führt. Sie möchte die grundlegenden Methoden sozialer Arbeit weiterentwickeln und diese weitergeben. Sie wird Koordinatorin der Studiengänge zur Ausbildung von Sozialberatern ausländischer Sozialdienste zum Diplom Sozialarbeiter und Koordinatorin der Weiterbildungsmaßnahmen an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen.

 

Im Frühjahr 1990 leitet sie einen Modellstudiengang für Frauen in der Ausbildung zur Diplom Sozialarbeiterin neben der Familientätigkeit. Nun ist die Initiatorin eines bundesweiten Studienganges, der in das Regelangebot der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen aufgenommen wurde. Dies markiert den Beginn ihrer prägenden und einflussreichen Tätigkeit in Bezug auf die hochpolitischen Prozesse der Umstrukturierung der Höheren Fachhochschule zur Fachhochschule und sie wird so zur Pionierin der akademisierten sozialen Arbeit in Deutschland.

 

 

1997 ernennt sie Papst Paul II zur Komtur-Dame des Silvesterordens. Er würdigt sie als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Sozialarbeit.

Desweiteren ist Prof. Dr. Teresa Bock Vizepräsidentin des deutschen Caritas Verbandes, Mitglied der Studienreformkommission Pädagogik/Sozialpädagogik/Sozialarbeit der Kultusministerkonferenz sowie Mitglied der Expertenkommission „Achter Jugendbericht“ und Beraterin der Kommission „Gesellschaftliche sozial-caritative Fragen“ der deutschen Bischofskonferenz.

 

 

Sie ist außerdem verantwortlich für die Armutsstudien des deutschen Caritas Verbandes 1987/88, 1992 und 2000. In ihrem Todesjahr 2012 wird dann erstmalig der Teresa Bock Stiftungspreis der Caritas Gemeinschaftsstiftung verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt zeitgemäßes soziales Engagement. Für ihr Engagement wird sie schließlich mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

 

 

Danke gesagt!

 

Prof. Dr. Teresa Bock hat sich in ihrem Leben immer für andere eingesetzt und war bescheiden. Jetzt haben alle, auch die Stadt, die einmalige Chance Danke zu sagen.

 

 

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Letzte Änderung am Montag, 20 Oktober 2014 13:45