Samstag, 25 Februar 2012 01:00

Insight Outsight II

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Insight Outsight II – Städtische Galerie im Park zeigt private Sammlung Florian Peters-Messer.

„Storefront“ von Sabine Hornig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist rosa mit einer Tür und einem Fenster, welche rot umrahmt sind und steht mitten in der Städtischen Galerie im Park. Doch ein Eintreten in die „Storefront“ ist nicht möglich, denn die Tür ist viel zu klein. Die Künstlerin Sabine Hornig (geb. 1964 in Pforzheim) hat ihr Kunstwerk verfremdet, so dass das was eigentlich von Leben zeugt, zur Skulptur wird.

Dieses Kunstwerk ist nur ein Bestandteil der Ausstellung Insight-Outsight II, die vom 26.02-29.04. 2012 Kunstwerke zeigt, die sich auf den städtischen Raum und seine Architektur beziehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Installation und schlägt somit einen Bogen zur Skulpturensammlung im Garten der Galerie. „Es ist eine Ausstellung von einem Viersener für Viersener. Das ist nicht alltäglich.“, erläutert Kulturdezernent Dr. Schrömgens. Alle Kunstwerke, die in der Ausstellung zu sehen sind, stammen aus der privaten Sammlung Florian Peters-Messer. „Wir würden uns sehr freuen, auch weiterhin eine solche Ausstellung präsentieren zu können. Wir möchten nicht nur Künstler aus Viersen präsentieren, sondern zeigen, dass sich Menschen mit Kunst beschäftigen.“, unterstreicht Frau Muschwitz vom Viersener Kulturamt den Vermittlungsauftrag der Ausstellung.

 

 

Kunst gehört in den Öffentlichen Raum

Auch für Florian Peters-Messer sind seine Kunstwerke nicht nur bloße Sammelobjekte und Strategie sondern Leidenschaft: „Die Kunst gehört in die Öffentlichkeit. Die Arbeiten haben einen politischen Auftrag. Die Künstler nehmen einen gesellschaftlichen Tatbestand auf, um zu kommunizieren.“, erläutert Florian Peters-Messer seine Intention seiner Leidenschaft und lässt seinen Blick schweifen.

Er ist also nicht bloß ein Mäzen, sondern streift sich auch mal die weißen Stoffhandschuhe über und packt mit an. Auch an sein erstes Objekt kann er sich noch genau erinnern: „Die Weißbraut von Martin Assig:“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Der Kontakt zur Galerie entstand durch seine Familie, durch die Florian Peters-Messer an Kunst und Kultur herangeführt wurde. Es standen Theaterbesuche und Besuche der Documenta auf dem Programm, dass ihm die ermöglicht wurden, möchte er nun zurückgeben.

 

 

Wer ihm zuhört wird automatisch von dieser Leidenschaft angesteckt. Wenn er über die einzelnen Stücke seiner Sammlung spricht, nimmt er seine Zuhörer mit auf eine Reise hin zum Kunstwerk und Künstler.

Am 11.03.2012 können sich alle Besucher der Städtischen Galerie im Park Viersen um 11 Uhr bei einer Führung mit dem Sammler selbst einen Eindruck verschaffen.

Er erzählt sehr lebhaft über die zwei zentralen Aspekte der Ausstellung. Dies sind zum einen Werke mit politischem Auftrag. So zeigt der Künstler Thomas Hirschhorn mit seiner Collage „The Price of Suspicion“ (2009) ausgeschnittene Pornobilder und zahlreiche Augen, die einen regelrecht zu fixieren scheinen. Zusammen gehen sie eine Verbindung ein, die der Mediengesellschaft einen Spiegel vorhält.

Erik van Lieshout (geb. 1968 in Deurne, Niederlande) ist mit seinen Werken unüberhörbar vertreten. Seine Fragen nach Identität stellt er laut und deutlich. Randgruppen und Themen wie Ausgrenzung und Migrationskonflikte stehen im Zentrum. Sein Video „Rotterdam-Rostock“ (2006) wurde erstmals auf der 4. Berlinale gezeigt. Es zeigt den Künstler auf seiner Reise quer durch Norddeutschland. Szenen mit Bürgern die offen Sympathien für den Nationalsozialsozialismus bekunden wechseln sich ab mit Slapstick, wo der Künstler sein neues Singledasein beklagt.

Den zweiten Aspekt bilden Kunstwerke, die sich mit Skulpturen oder Architektur beschäftigen. Gereon Krebber (geb. 1973 in Oberhausen), ein Kölner Bildhauer, präsentiert eine riesige Schlange aus Hosenbügeln und Kabelbindern, die sich in metellalic und schwarz und weiß in der ersten Etage der Galerie vom Boden bis an die Decke windet.

Bemerkenswert sind auch die die Figuren von Iris Kettner (geb. 1968 in Mainz). Wenn man sie betrachtet, läuft einem unwillkürlich ein Schauer über den Rücken. In ärmlichen Kleidern, ohne persönliche Merkmale und Gesicht füllen sie den Raum und starren den Zuschauer auch ohne Augen an. Sie stehen in einer Schlange wie vor einer Obdachlosentafel oder lehnen an der Wand. Auch Florian Peters-Messer konnte eine persönliche Erfahrung mit den Figuren machen: „Ich habe auch eine zu Hause und habe mich so manches Mal erschrocken.“, erzählt er und muss lachen.

 

Insight - Outsight II: Die Sammlung Florian Peters-Messer (26.2.-29.4.)

Ausstellungseröffnung - 26.02.2012 um 11Uhr

 

Städtische Galerie im Park
Rathauspark 1
Viersen

Öffnungszeiten:

Di.-Sa. 15-18 Uhr

So. und an Feiertagen 11-18 Uhr

Eintritt frei

 

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 24 Oktober 2013 17:59